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Lexikon

Landwirtschaft ganz nah: Beim Milchbauern


Die Kühe von Mechthild und Christoph Maurer vom Gut Karpenhaus in Ratingen. (Foto: Sixta Görtz)
Kühe auf der Weide.

Im Monatsthema Juni erfährst du alles über Landwirtschaft. Aber weißt du auch, wie der Arbeitsalltag der Landwirtinnen und Landwirte aussieht? Konstantin hat einige von ihnen besucht und nimmt dich heute mit auf die Milchhöfe der Familien Wemmers und Maurer.

Bei Familie Wemmers auf dem Biohof Judt

Der schöne alte Hof von Familie Wemmers heißt "Hof Judt" und wurde um 1690 erbaut. Er liegt idyllisch im Windrather Tal, am südlichen Rand des Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen. (Foto: Sixta Görtz)
Hofanlage von Landwirt Wemmers

Thorsten Wemmers führt seinen Milchhof als Biohof. Außer ihm und seiner Familie leben auf dem Hof noch zwei Pferde, ein paar Katzen, 40 Milchkühe und rund 30 Rinder. "Ausschlafen ist nicht", sagt Thorsten Wemmers und grinst: "Morgens um 6 Uhr wird gemolken, egal ob am Sonntag, zu Ostern oder am ersten Weihnachtstag."


Auf dieser großen Weide grasen die Milchkühe von Thorsten und Maria Wemmers. Im Hintergrund kannst du den Hof erkennen. (Foto: Sixta Görtz)
Weide mit Hof im Hintergrund.

Nach dem Melken kommen die Kühe auf die Weide. Die Weide ist riesig - 13 Hektar haben die Tiere ganz für sich alleine. Aber halt - da ist ja nur kurzes Gras drauf! Werden die denn da satt? "Die Kühe fressen den ganzen Tag die frischen Grasspitzen ab, in denen die meiste Energie steckt", erklärt Thorsten Wemmers. So sind die Tiere den ganzen Tag aktiv und bleiben fit und gesund.


Die Kühe von Landwirt Wemmers auf der Weide. Die braune Kuh in der Mitte ist die vorwitzige Paula. Die älteste Kuh auf dem Hof ist übrigens schon 14 Jahre alt - und bekommt sogar bald wieder ein Kalb. Auf dem Bild ist sie aber nicht zu sehen. (Foto: Sixta Görtz)
Kühe auf der Weide.

Wenn die jungen Rinder alt genug sind, dürfen sie zu den Milchkühen auf die große Weide. In der Herde herrscht eine strenge Ordnung, an die sich die jungen Rinder erst gewöhnen müssen. Das gelingt nicht allen gleich gut. Manchmal gibt es Krach - wie mit Paula. Als junges Rind hat sie sich mal mit den älteren Kühen angelegt - seitdem läuft sie mit einem halben Horn herum.


Die Kühe wissen ganz genau, wann sie zum Melken in den Stall zurück müssen und machen sich von selbst auf den Weg. (Foto: Sixta Görtz)
Kuh auf der Weide.

Abends um 17 Uhr kommen die Tiere ganz allein zum Stall zurück. Jetzt wird zum zweiten Mal gemolken. Während des Melkens bekommen sie zusätzlich Gras, Heu und Kraftfutter aus verschiedenen Getreidesorten. Die baut Familie Wemmers auf ihren Feldern an. Jede ihrer Kühe gibt im Jahr ungefähr 6000 Liter Milch, die an die Molkerei und im eigenen Hofladen verkauft wird.

Auf Gut Karpenhaus bei Familie Maurer

Ella und ihr Papa zapfen an Maurers Milchautomat frische Milch. (Foto: Sixta Görtz)
Vater und Tochter am Milchautomat

Auch auf dem Hof der Maurers in Ratingen wird Milch an die Molkerei verkauft. Doch nicht nur das: Jeden Morgen nach dem Melken füllt Landwirt Christoph Maurer Milch in seinen Milchautomaten. Der steht in einer kleinen Holzhütte auf dem Hof. Und jeder, der vorbei fährt, kann auf den Hof kommen und sich selbst frische Milch zapfen: Einfach Geld einwerfen, Flasche bereithalten und auf einen Knopf drücken. Schon strömt die kühle Milch aus dem Automaten - frischer geht`s nicht.


Auch Maurers Kühe kommen jeden Tag nach draußen - immer auf einen anderen Teil der Weide. Die übrige Fläche wird mit einem Zaun abgesperrt, damit das Gras nachwachsen kann. (Foto: Sixta Görtz)
Kuh mit Schuppen im Hintergrund.

Genau wie der Hof Judt ist auch der Hof von Christoph Maurer ein kleiner Familienbetrieb. Christoph und sein Bruder Konstantin kümmern sich um die Kühe, während Christophs Frau Mechthild den Hofladen betreibt. Die Familie hat 34 Milchkühe und einige Kälber - im Moment insgesamt 49 Tiere. Gut Karpenhaus ist kein Biohof, sondern ein sogenannter "konventioneller" Betrieb.


Im Kuh-Kindergarten: Hier sind die jüngsten Maurer-Kühe. Sie sind noch beim Frühstück.(Foto: Sixta Görtz)

Ob Biohof oder nicht: Gemeinsam ist den beiden Milchhöfen von Wemmers und Maurer vor allem, dass sie viel Grünland haben. Das ist auch gut für die Wildtiere, die rund um die Höfe leben. Auf den Weiden grasen nämlich nicht nur die Kühe, sondern hier ist auch Platz für viele verschiedene Vogelarten. Feldlerchen, Stare, Bachstelzen und Kiebitze zum Beispiel jagen über den Weiden und im Gras nach Insekten. Auch Feldhasen, Kaninchen, Igel und Rehe kannst du hier entdecken.

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(Foto: Sixta Görtz)
Kuh auf Gut Karpenhaus.

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Was macht ein Biobauer anders?

Konstantin mit Fragezeichen

Von 100 Landwirten in Deutschland sind zur Zeit ungefähr acht Landwirte Biobauern. Sie betreiben "ökologische Landwirtschaft". Was bedeutet das und was unterscheidet die Biobauern von anderen Landwirten?

In der "ökologischen Landwirtschaft" sollen Naturschutz und Landwirtschaft miteinander im Einklang stehen. Dazu muss ein Biobauer bestimmte Regeln einhalten und vieles anders machen als ein "normaler" (man sagt auch: "konventioneller") Landwirt:

+ Biobauern nutzen keine chemischen Mittel zur Bekämpfung von Unkraut oder Insekten, sondern versuchen mit natürlichen Mitteln, schädliche Insekten und Wildkräuter los zu werden. Das bedeutet allerdings auch mehr Arbeit und mehr Zeit.

+ Biobauern versuchen, möglichst viele robuste Pflanzensorten anzubauen, weil diese weniger Düngung brauchen und von bestimmten Schadinsekten nicht so stark angegriffen werden.

+ Die Tiere auf dem Biohof müssen so gehalten werden, dass sie ausreichend Platz und Auslauf haben. Sie dürfen nur Futter bekommen, das auf dem Hof angebaut wurde. Der Mist aus den Ställen dient wiederum als Dünger für die Äcker. So entsteht auf dem Biohof im Idealfall ein Kreislauf. 

+ Weil die Menschen auf einem Biohof mehr Zeit für ihre Arbeit benötigen, aber weniger ernten und weniger Tiere halten können, muss man für Biolebensmittel im Laden mehr Geld bezahlen als für die Lebensmittel, die ein "konventioneller" Landwirt erzeugt.