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Fall der Woche: Wölfe und Menschen


Drei Wolfswelpen. (Foto: Axel Gomille)
Drei Wolfswelpen

Wölfe und Menschen im selben Lebensraum - geht das überhaupt? Das fragen sich Viele, seit der Wolf wieder in Deutschland lebt. Es gibt Ängste und Vorurteile. Was davon stimmt eigentlich? Und was nicht?

Wölfe sind für Menschen gefährlich - stimmt das?

Begegnungen zwischen Wölfen und Menschen sind sehr selten.(Foto: Jürgen Borris / Nabu)
Wolf auf dem Truppenübungsplatz Munster

Nein, das stimmt nicht. Wie alle anderen Wildtiere auch, gehen Wölfe den Menschen aus dem Weg. Genau wie ihre Beutetiere, sind die Wölfe meistens nachts unterwegs. Die allermeisten Menschen schlafen dann. Streifen Wölfe tagsüber durch ihr Revier, dann hören und riechen sie jeden Menschen lange bevor er sie entdeckt. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind extrem selten - und wenn es passiert, dann flüchten die Wölfe zwar nicht in Panik, aber sie ziehen sich ruhig und gelassen zurück. Füttern, ärgern oder anfassen darfst du einen Wolf jedoch nie, denn er ist und bleibt ein Wildtier.

Wölfe reißen Weidetiere - stimmt das?

(Foto: Grothe, eye-comm.de)
Mutterschaf und Lamm

Das stimmt - aber nur, wenn die Weidetiere nicht geschützt sind. Wölfe in Deutschland fressen vor allem Rehe, Hirsche und Wildschweine. Meist erlegen sie junge, kranke und alte Tiere, weil sie diese leichter kriegen können. Eine Schafsherde, die nachts auf einer ungeschützten Weide steht und nicht weglaufen kann, ist für den Wolf eine noch leichtere Beute. Deshalb werden die Weiden in Wolfsrevieren mit Stromzäunen geschützt und Herdenschutzhunde passen auf die Tiere auf. Dann ist die Jagd auf Schafe für den Wolf zu schwierig und er lässt sie in Ruhe.

Wo Wölfe sind, kann man nicht in den Wald?

Wolfswelpen auf einer Waldlichtung, fotografiert von einer Wildkamera. (Foto: LUPUS, Institut für Wolfsmonitoring und -forschung)
Wolfswelpen, fotografiert von einer Wildkamera

Das stimmt nicht. Wölfe gehen den Menschen aus dem Weg - auch im Wald. Deshalb kannst du auch in einem Wolfsgebiet in den Wald gehen. Du wirst sehr wahrscheinlich nicht das kleinste Fitzelchen vom Wolf entdecken, denn er hat dich im Zweifel immer zuerst gehört und sich längst aus dem Staub gemacht. Vor Wölfen im Wald müssen sich vor allem die Rehe fürchten - wir aber nicht.

Wölfe fressen zu viele Tiere. Stimmt das?

Ein Rehbock ist auch für ein Wolfsrudel keine leichte Beute. (Foto: bobspicturebox cc-by-sa 3.0)
Rehbock
Wölfe jagen meistens alte, kranke und schwache Wildtiere. (Foto: Bernd Meiseberg cc-by-sa )
Wolf von der Seite
Menschen verändern die Lebensräume der Tiere. Hier siehst du ein Gebiet, in dem früher Braunkohle abgebaut wurde. Heute leben hier Wölfe. (Foto: LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und Forschung)
See und Heidelandschaft in der Lausitz

Das stimmt nicht. Wölfe jagen vor allem junge, alte und kranke Tiere. So sorgen sie dafür, dass das Wild im Wald gesund bleibt und sich Krankheiten nicht so leicht ausbreiten können. Ein kräftiges, gesundes Reh oder ein erwachsenes Wildschwein sind auch für Wölfe eine schwierige Beute. Oft müssen Wölfe tagelang jagen, bevor sie ein Tier erwischt haben.

Wildtiere tricksen Wölfe aus

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Wildtiere in den Wolfsgebieten anders verhalten als in anderen Regionen. Die Tiere tricksen die Wölfe aus, indem sie sich zum Beispiel immer wieder neue Verstecke suchen oder bei der Futtersuche unterschiedliche Pfade benutzen. So schaffen sie es oft, den Wölfen zu entkommen.

Der Mensch verändert die Lebensräume

Andere Wissenschaftler wollten wissen, wer eigentlich mehr Einfluss auf das Verhalten und die Anzahl der Wildtiere in einem Gebiet hat - Wölfe oder Menschen? Die Forscher haben entdeckt, dass der Mensch viel stärker in das Leben der Wildtiere eingreift als ein Wolfsrudel - zum Beispiel, indem er die Tiere jagt, aber auch, indem er Straßen und Häuser baut, Landwirtschaft betreibt und so den Lebensraum der Tiere verändert. Die Forscher sagen: In einer Region, in der Menschen und Wölfe zusammen leben, bestimmt trotzdem der Mensch darüber, wie viele Wildtiere es dort gibt und wie sie sich verhalten - und nicht der Wolf.

Unser Fall der Woche vom 26. Juli bis 9. August

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Fall der Woche
Wie verhalten sich Wölfe, wenn sie einen Menschen bemerken?

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Axel Gomille

Gut getarnt: Axel Gomille fotografiert Wölfe in Deutschland. (Foto: Axel Gomille)
Axel Gomille in Tarnung.

Axel Gomille beobachtet und fotografiert die Wölfe in Deutschland seit mehr als zwölf Jahren. Er weiß eine Menge über die Tiere und berichtet in Filmen, Büchern und Vorträgen über sie. Seine Fotos helfen auch den Wolfsforschern, mehr über die Tiere herauszufinden.

Hier geht es zum Interview mit Axel Gomille!

Hörlexikon: 10 Dinge über...

(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin mit Kopfhörern

...Wölfe.

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(Foto: M. Mecnarowski cc-by-sa 2.0)
Portrait eines Wolfs

Alles über Wölfe in Deutschland:

Wölfe - (un)heimliche Heimkehrer

Alle Infos in aller Kürze:

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Wie geht es zu im Wolfsrudel? Das erfährst du hier:

Zum Wolfsrudel

Wie jagen Wölfe eigentlich? Schau mal hier nach:

Wölfe auf der Jagd

Lies hier das Interview mit einem, der es wissen muss:

Interview mit Axel Gomille

Gewinn der Woche

Gewinn der Woche
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Gewinne eine Bestimmungsbox "50 heimische Wald- und Wildtiere".

Gewinnerin des letzten Wochenfalls war:

Lara.

Die Wochenfrage lautete:

Wo hat Axel Gomille die meisten Fotos für sein Buch gemacht?

Und die richtige Antwort war:

A - In Ostdeutschland.

Herzlichen Glückwunsch!