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Lexikon

Libanon-Zeder

Zur Zeit der alten Ägypter gab es in dem Land Libanon, das am Mittelmeer zwischen Syrien und Israel liegt, einen wertvollen Schatz: Die Libanon-Zedern - mächtige alte Bäume, die im Gebirge wuchsen und aus deren Holz Tempel und Paläste gebaut wurden. Heute gibt es im Libanon nur noch wenige Reste dieser Bäume.

Symbol von Macht und Würde

Damals galt die Zeder als Symbol von Würde und Macht. Die alten Ägypter kauften große Mengen Zedern aus dem Libanon und bauten Schiffe und Särge für ihre Mumien. Im 3000 Jahre alten Grab des Pharaos Tutanchamun fanden Forscher hölzerne Gegenstände aus libanesischem Zedernholz. In Asien und Afrika entstanden Paläste und Tempel aus libanesischen Zedern. Die Bibel berichtet an 70 verschiedenen Stellen über die Libanon-Zeder - als Bauholz für die bedeutendsten Gebäude.

Robust und anspruchslos

Die Libanon-Zeder ist ein sehr widerstandsfähiger Baum. Sie braucht wenig Wasser und fühlt sich im Gebirge ab 1500 Metern Höhe besonders wohl. Richtig alte Libanon-Zedern können bis zu 40 Meter hoch und ihr Stamm zwei Meter dick werden. Doch das dauert Jahrhunderte, denn die Zeder wächst langsam. Das wurde  ihr zum Verhängnis: Weil der Baum im Altertum so bedeutsam war, verschwand er nach und nach aus seinem Ursprungsgebiet. Heute gibt es im Libanon nur noch ganz wenige Baum-Opas. Die stehen unter Naturschutz. Zwar werden seit einigen Jahrzehnten im Libanon wieder neue Zedern gepflanzt - aber bis die groß sind, werden wieder Jahrhunderte vergangen sein.

Uraltes Umweltproblem

Der Raubbau an der Libanon-Zeder gehört zu den ältesten Umweltproblemen der Welt. Im Altertum, in der Antike und auch im Mittelalter brauchten die Menschen Holz für den Schiffsbau, für Häuser und Möbel und zum Heizen. Daran, Wälder wieder aufzuforsten, dachte damals niemand. So wurden ganze Landschaften entwaldet. In Regionen mit großer Trockenheit, langen Wintern oder anderen ungünstigen Bedingungen wuchs der Wald nie wieder nach - wie zum Beispiel in großen Landstrichen am Mittelmeer, aber auch in Schottland oder Irland.

Nachhaltige Waldwirtschaft

Aus demselben Grund war vor 300 Jahren in vielen Regionen Deutschlands fast der gesamte Wald verschwunden. Erst 1713 hatte der Förster Hans Carl von Carlowitz eine neue Idee, die für uns heute selbstverständlich ist: Wenn du einen Baum fällst, pflanze einen neuen. Er ist damit der Erfinder der "nachhaltigen Waldwirtschaft".

Hier kannst du mehr über ihn lesen.

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