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Lexikon

Die Vielfalt der Arten


Libelle. (Foto: Heinrich Lange / pixelio)
Liebelle im Flug.
Ein Fischschwarm. (Foto: Jörg Henkel, Hamburg / pixelio)
Fischschwarm im Korallenriff.
Sibirischer Tiger. (Foto: S. Taheri cc-by-sa @ wikipedia.de)
Sibirischer Tiger, Portrait.

Der Begriff "Biologische Vielfalt" setzt sich aus drei Säulen zusammen: Aus der Vielfalt der Arten, der Vielfalt der Lebensräume und der Vielfalt innerhalb einer Art. Alle drei Säulen sind gleich wichtig und hängen von einander ab. Aber was bedeutet das eigentlich - "die Vielfalt der Arten"?

Was ist eigentlich eine "Art" und wie kann man Tierarten unterscheiden?

Eine Löwin. Alle Löwen tragen den Artnamen "Panthera leo". (Foto: gemeinfrei)
Löwin
Ein Tiger (Panthera tigris). Wie der Löwe gehört er zur Gattung der Großkatzen. (Foto: Derek Ramsay GDFL 1.2)
Amurtiger im Schnee

Wenn du wissen willst, ob zwei Tiere zur selben Art gehören, dann schau dir mal die lateinischen Namen an, die Wissenschaftler allen Tieren und Pflanzen gegeben haben. Sie bestehen immer aus zwei Wörtern. Das erste Wort bezeichnet die Gattung, das zweite Wort ist der Artname. In einer "Gattung" werden nahe verwandte Arten zusammengefasst.

Nimm zum Beispiel die beiden Raubkatzen Löwe (Panthera leo) und Tiger (Panthera tigris). An dem Gattungsnamen "Panthera" kannst du erkennen, dass sich Löwe und Tiger ähneln ud zur selben Gattung gehören. Zur selben Art gehören sie aber nicht, denn sie haben unterschiedliche Artnamen. Der Begriff "Panthera" bezeichnet die Gattung der Großkatzen. Auch Jaguar (Panthera onca), Leopard (Panthera pardus) und Schneeleopard (Panthera uncia) gehören zu den Großkatzen.

Warum die Artenvielfalt so wichtig ist

Die westliche Honigbiene trägt den Artnamen "Apis mellifera". (Foto: Ricks cc-by-sa 3.0)
Westliche Honigbiene auf Blüte
Die "Rotschopfige Sandbiene" heißt wissenschaftlich "Andrena haemorrhoa". Daran kannst du erkennen, dass sie mit der Honigbiene nicht verwandt ist. (Foto: Hans-Jürgen Sessner)
Rotschofpige Sandbiene auf Blüte
Auch Schmetterlinge bestäuben Blüten. Hier siehst du einen Distelfalter auf einer Blüte des Eisenkrauts. (Foto: gemeinfrei)
Distelfalter auf Eisenkraut-Blüte
Die Blüte der Akelei ist bei Hummeln besonders begehrt. (Foto: gemeinfrei)
Akelei
Salbei in voller Blüte ist eine Futterweide für Wildbienen und Hummeln. (Foto: gemeinfrei)
Salbeiblüten

Jede Art unterscheidet sich von der anderen durch ihr Aussehen, ihre Eigenschaften und ihre Lebensweise. Deshalb können sich viele verschiedene Arten denselben Lebensraum teilen. Schau dir zum Beispiel euren Garten an: Wildbienen, Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge fliegen zu den Blüten, um Nektar und Pollen zu sammeln. Davon ernähren sie sich und ihre Brut. Gleichzeitig bestäuben sie die Pflanzen, so dass diese Früchte und Samen bilden können.

Weil die Blüten unterschiedlich aussehen und die Pollen an unterschiedlichen Stellen sitzen, brauchen sie auch unterschiedliche Insekten zur Bestäubung. Manche Insektenarten haben lange Saugrüssel, andere haben kurze. So fliegen immer nur wenige Arten zu den Blüten einer bestimmten Pflanzenart. Das Gute daran: Wenn es in deinem Garten viele verschiedene Pflanzen gibt, dann finden alle dort vorkommenden Insektenarten genug Nahrung - und alle Blüten werden bestäubt, so dass die Pflanzen sich vermehren können.

Alle Arten sind voneinander abhängig

Du siehst aber auch: Alle Arten in einem Lebensraum sind voneinander abhängig: Die Hummel mit dem kurzen Saugrüssel braucht im Garten Blüten, an deren Pollen und Nektar sie herankommt. Wenn die dort nicht wachsen, findet sie keine Nahrung und wandert ab. Andererseits sind die Pflanzen auf ihre Bestäuber angewiesen und können ohne sie keine Früchte und Samen bilden.

Jetzt kannst du dir auch vorstellen, warum die Vielfalt der Arten so wichtig ist: Je mehr verschiedene Arten es gibt, desto leichter finden sich Arten, die die Aufgabe einer anderen Art übernehmen können. In unserem Gartenbeispiel heißt das: Wenn eine Hummel vesonders gern Salbeiblüten mag, der Salbei aber eingeht, dann findet sie nur dann weiterhin Nahrung, wenn im Garten Pflanzen mit ähnlichen Blüten wachsen. Wenn es in einem Lebensraum jedoch nur noch wenige Arten gibt, dann funktioniert das nicht - alle voneinander abhängigen Arten leiden darunter, wenn eine fehlt.

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Für Schlaufüchse

Die Galapagos-Riesenschildkröte lebt endemisch auf den Galapagos-Inseln. (Foto: Karelij cc-by-sa 3.0)
Galapagos-Riesenschildkröte

Es gibt Pflanzen und Tiere, die nur in einer ganz bestimmten, räumlich klar abgegrenzten Umgebung vorkommen - zum Beispiel nur auf einem ganz bestimmten Berg oder auf einer ganz bestimmten Insel. Solche Arten werden als Endemit bezeichnet. Sie sind in diesem Gebiet endemisch. Berühmt für ihre vielen endemische Arten sind die Galapagos-Inseln im Pazifik.

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(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

Was bedeutet eigentlich biologische Vielfalt? Das erfährst du hier:

Biologische Vielfalt

Und was ist die "Vielfalt der Ökosysteme"? Lies dazu hier weiter:

Vielfalt der Ökosysteme

Lies hier, wie du aus eurem Garten einen vielfältigen Lebensraum für Tiere machst:

Zum Naturgarten

Auch in Deutschland gibt es seltene Tiere und Pflanzen. Hier sind es besonders viele:

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Warum sterben Tiere eigentlich aus? Dafür gibt es viele Gründe:

Warum Tiere aussterben

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