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Lexikon

Tierkinder


(Foto: gemeinfrei)
Lämmer auf Wiese

Der Frühling ist Tierkinder-Zeit

Hirschkälber werden im Mai und Juni geboren. (Foto: gemeinfrei)
Hirschkalb im Gras
Der kleine Hase duckt sich in seine Sasse. (Foto: gemeinfrei)
Diese Storchenküken müssen bis zum Herbst groß und kräftig genug sein, um bis nach Afrika fliegen zu können. (Foto: gemeinfrei)
Storchennest mit Alttier und Küken

Im Frühling werden besonders viele Tierkinder geboren. Warum genau jetzt? Der Grund dafür ist, dass die Natur im Frühling wieder lebendig wird. Die Tage sind länger und es wird wärmer. Bäume werden wieder grün und Gräser, Kräuter und Blumen wachsen. Insekten und andere Kleintiere erwachen aus der Kältestarre und kommen aus ihren Verstecken.

Endlich genug Futter

Jetzt gibt es für alle Tiere endlich wieder genug Futter - auch für den Nachwuchs. Und bis zum nächsten Winter ist noch genug Zeit. So können die Kleinen wachsen und genug Fett ansetzen, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Manche Tierkinder treten in ihrem ersten Lebensjahr sogar schon große Reisen an - wie zum Beispiel die Kraniche oder die Weißstörche, die mit der ganzen Familie im Herbst in den Süden fliegen. Bis dahin müssen sie groß und stark genug sein, dass sie die weite Strecke schaffen können.

Warum sind Tierkinder bloß so niedlich?

Süß und knuddelig - Tierkinder lösen bei uns den Beschützerinstinkt aus. (Foto: gemeinfrei)
Zwei Hundewelpen auf einer Wiese
Ein Islandpony-Fohlen. (Foto: gemeinfrei)
Islandpony-Fohlen
Ein Gänseküken. (Foto: gemeinfrei)
Gänseküken

Große Kulleraugen, hohe Stirn und tolpatschiges Verhalten - Babys sind schon niedlich, oder? Aber wetten, dass du nicht nur bei Menschenkindern, sondern auch bei Hunden und Katzen im Mini-Format dahinschmilz? Hast du dich schon einmal gefragt, warum das so ist? Schuld daran ist unser Instinkt - also ein tiefes Gefühl in uns, das wir schon vor Urzeiten entwickelt haben. Dieser Instinkt sorgt dafür, dass wir unseren Nachwuchs beschützen wollen. Auch Tiere haben diesen Beschützer-Instinkt. Für Menschen- und Tierbabys ist er lebenswichtig, denn sie brauchen zum Überleben den Schutz und die Fürsorge der Erwachsenen.

Beschützer-Instinkt

Der Beschützer-Instinkt wird bei uns immer von den gleichen Signalen ausgelöst - egal, welches Tier diese Signale aussendet. Deshalb finden wir Menschenbabies niedlich, aber auch alle kleinen Tiere, die große Augen und eine hohe Stirn haben und die tolpatschig erscheinen. Das funktioniert bei allen Säugetieren und manchen Vogelarten. Insekten- oder Schlangenbabies dagegen lassen uns völlig kalt - bei ihnen fehlen diese Signale.

Wie werden Tierkinder geboren?

Vögel schlüpfen aus Eiern - genau so wie die meisten anderen Tiere. (Foto: gemeinfrei)
Amselnest mit vier Eiern
Erdkröten legen Tausende von Eiern in solchen Schnüren ins Wasser. (Foto: Mike Krüger cc-by-sa 2.0)
Eischnüre einer Erdkröte im Wasser
Jede Menge Kaulquappen. Die Masse sichert das Überleben der Art - zum Beispiel bei Grasfröschen und Erdkröten. (Foto: gemeinfrei)
Kaulquappen im Wasser
Alle kleinen Meeresschildkröten an diesem Strand sind gleichzeitig geschlüpft und versuchen nun zu Hunderten, das rettende Wasser zu erreichen. (Foto: gemeinfrei)
Kleine Meeresschildkröten am Strand
Welpe eines Rotfuchses. (Foto: gemeinfrei)
Fuchswelpe im Gras
Elefanten sind lange Kind. (Foto: gemeinfrei)
Elefantenkuh mit Kalb

Die allermeisten Tierkinder schlüpfen aus einem Ei. Vögel legen sowieso Eier, aber auch Fische, Reptilien, die meisten Amphibien, Insekten und Weichtiere. Die Eier sehen zwar unterschiedlich aus, erfüllen aber denselben Zweck: Sie versorgen die Jungtiere mit Nährstoffen und schützen sie eine Zeit lang vor der Außenwelt. Im Prinzip macht ein Ei dasselbe wie ein Mutterleib, nur außerhalb der Mutter. Und das hat viele Vorteile:

Praktisches Eierlegen

Die Weibchen durchlaufen keine Schwangerschaft, die ihnen Energie raubt. Viele Tierarten brüten ihre Eier noch nicht mal aus, sondern graben sie ein und überlassen den Rest der Sonne. So sind die Alttiere sofort nach der Eiablage wieder unabhängig. Eier legende Tiere können auch viel mehr Nachkommen bekommen als Tiere, die lebende Junge zur Welt bringen. Eine einzige Erdkröte legt zum Beispiel bis zu 6000 Eier!

Jede Menge Nachkommen

Das heißt aber nicht, dass auch alle Nachkommen von eierlegenden Tieren überleben. Im Gegenteil: Gerade die Tierarten, die ihre Eier nicht ausbrüten, legen deshalb so viele, damit am Ende einige Jungtiere durchkommen. Denn die Eier und auch die frisch geschlüpfen Jungtiere sind für andere Tiere eine willkommene Mahlzeit. Wer seine Eier ausbrütet und die geschlüpften Jungtiere beschützt und versorgt, muss auch nicht so viele Eier legen. Das erklärt, warum eine Kröte 6000 Eier legt, ein Rotkehlchen aber nur vier.

Und die Säugetiere?

Säugetiere wachsen im Mutterleib heran und werden lebendig geboren. Weil sie gesäugt werden, sind Säugetiere viel länger von ihrer Mutter abhängig als andere Jungtiere. Dafür werden sie aber auch länger beschützt. In der langen Zeit der Kindheit und Jugend lernen sie von ihren Eltern alles, was sie für ihr Erwachsenenleben wissen müssen. Es gibt sogar Säugetiere, die eine ähnlich lange Kindheit haben wie Menschenkinder: Ein Elefantenkind ist erst mit knapp 20 Jahren erwachsen.

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(Foto: gemeinfrei)
Kälbchen auf Wiese

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