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Lexikon

Pilze

Wenn nach regenreichen Tagen im Herbst die Sonne scheint, dann schießen geradezu über Nacht die Pilze aus dem Boden. Aber: Das, was du da über der Erde siehst, ist nur ein ganz kleiner Teil. Das wahre Leben der Pilze findet im Geheimen statt. Unterirdisch oder in toten Bäumen breiten sie sich heimlich aus - manchmal über Kilometer hinweg.

Geheimnisvolle Welt unter der Erde

Pilze brauchen kein Sonnenlicht, um zu wachsen. In Geflechten aus weißen Fäden breiten sie sich unterirdisch aus. Diese Geflechte nennt man "Mycelien" und sie können riesig werden. Manche Pilze sind unter der Erde mehrere Kilometer groß - über der Erde erscheinen aber nur die kleinen Fruchtkörper, die wir oft als "Pilze" bezeichnen. In ihnen sitzen die Samen der Pilze, die sich nur überirdisch verbreiten können.

Der Kartoffelbovist zum Beispiel besteht überirdisch nur aus einer hohlen weißen Kugel. Ist sie reif, platzt sie auf und schleudert Billionen von winzigen Samenkörnern in die Luft. Manche werden vom Wind so hoch getragen, dass sie sogar über die Ozeane fliegen und andere Erdteile erreichen.

Sind Pilze Pflanzen oder Tiere?

Sind Pilze eigentlich Pflanzen oder Tiere? Obwohl Biologen sie Jahrhunderte lang zum Reich der Pflanzen zählten, gehören sie dort nicht hin. Pilze enthalten nämlich kein "Chlorophyll". Das ist der Stoff, der die Pflanzen grün färbt und ihnen hilft, aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Zucker und Sauerstoff herzustellen. Diesen Vorgang nennt man "Photosynthese" und er ist der Motor allen Lebens auf der Erde. Pilze machen da nicht mit.

Tiere sind sie aber auch nicht, denn obwohl sie sich - genau wie zum Beispiel Asseln und Regenwürmer - von organischen Stoffen im Boden ernähren, fehlen ihnen andere wichtige Merkmale der Tiere. Deshalb haben die Wissenschaftler für die Pilze kurzerhand ein neues Reich geschaffen - das Reich der Pilze und Flechten.

Wie Mikroben und Kleinstlebewesen im Waldboden tragen auch die Pilze wesentlich dazu bei, dass aus abgestorbenen Pflanzen, Blättern und toten Lebewesen wieder Humus wird. Der Pilz zersetzt das organische Material, indem er bestimmte Eiweiße absondert. Während der Zersetzung werden Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium freigesetzt, die die Pflanzen wiederum zum Wachsen brauchen.

Wie Pilze und Bäume voneinander leben

Manche Pilze haben ganz spezielle Freunde unter den Bäumen: So wachsen Birkenpilze am liebsten am Fuße von Birken, Lärchenröhrlinge in der Nähe von Lärchen. Zwischen Bäumen und Pilzen gibt es viele solcher "Freundschaften". Beide ziehen Nutzen aus diesem Verhältnis: Der Pilz zapft die Wurzeln des Baumes an und gewinnt so den Zucker, den er zum Wachsen braucht. Der Baum dagegen nimmt die wertvollen Mineralien auf, die der Pilz ihm zur Verfügung stellt. Diese "Freundschaft", aus der beide Partner ihren Nutzen ziehen, nennt man "Symbiose".

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Pilze sammeln: Darauf musst du achten

Sammle nur die Pilze, die du kennst.

Wenn du Anfänger bist, nimm einen Erwachsenen mit, der sich gut auskennt.

Schneide die Pilze mit einem Messer ab und lege sie in einen Korb, damit sie Luft bekommen und nicht schimmeln können.

Nie rohe Pilze probieren! Es gibt nämlich viele Arten, die roh giftig sind. Erst wenn man sie abkocht, werden sie essbar.

Nie einen Pilz verarbeiten, den du nicht ganz genau als Speisepilz bestimmt hast.

Hier findest du Pilzkenner in deiner Nähe, die dich beraten und mit dir Pilze sammeln gehen.

Was bedeutet "Symbiose"?

Als "Symbiose" bezeichnet man eine gegenseitige Abhängigkeit von verschiedenen Organismen, von der beide Seiten einen Vorteil haben. Symbiosen gibt es zwischen Tierarten, aber auch zwischen Pflanzen und Tieren, zwischen Pflanzen und Pilzen oder zwischen Pilzen und Tieren. Häufig geht die Abhängigkeit so weit, dass ein Partner ohne den anderen gar nicht mehr lebensfähig ist.