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Lexikon

Höhlen - Leben in der Finsternis


Geheimnisvoll und schön: Höhlen. (Foto: Alexandra Bengel)
Höhle mit Wasserlauf und Tropfstein-Formation

Kannst du dir vorstellen, in ständiger Finsternis zu leben? Um dich zu orientieren, müsstest du dich vollkommen auf deine Ohren, deine Nase und deinen Tastsinn verlassen. Es gibt Tiere, für die ein solches Leben ganz normal ist: Höhlentiere leben fast ständig in Dunkelheit.

Ein ganz besonderer Lebensraum

Die Höhlenpilzmücke verbringt ihr ganzes Leben in Höhlen, als Ei, Puppe, Larve und erwachsenes Fluginsekt. Sie gehört zu den "echten" Höhlentieren. (Foto: Klaus Bogon)
Höhlenpilzmücke an einer Höhlenwand
Echte Höhlentiere wie diese Höhlen-Wasserassel sind nicht nur farblos, sondern auch blind. Ihre Augen haben sich im Laufe der Evolution zurückgebildet. (Foto: Klaus Bogon)
Weße Höhlenwasserassel
Der blinde und farblose Grottenolm lebt in Höhlen in Südost-Europa. (Foto: Arne Hodalic cc-by-sa-3.0)
Schwimmender Grottenolm

Echte Höhlentiere sind perfekt an das Leben unter der Erde angepasst. Sie haben einen hervorragenden Tast- und Geruchssinn, sind aber meist blind - in der Finsternis der Höhle gibt es sowieso nichts zu sehen. Da sie nie Sonnenlicht aushalten müssen, ist ihre Haut farblos, so dass die Tiere weiß aussehen. Viele Höhlentiere haben lange Beine mit Tasthaaren, die ihnen die Orientierung im Dunkeln erleichtern. Insgesamt sind sie jedoch eher klein, denn in Höhlen gibt es nicht viel zu fressen. Das ist auch der Grund dafür, dass Höhlentiere keine Rennläufer sind, sondern sich langsam und gemächlich bewegen, um Energie zu sparen.

Warum machen die das?

Warum gibt es überhaupt Lebewesen in Höhlen, wenn das Überleben hier so schwierig ist? Höhlen haben für die Tiere auch Vorteile: In einer Höhle herrschen immer ähnliche Temperaturen - egal, ob draußen Sommer oder Winter ist. So können sich die Tiere das ganze Jahr über fortpflanzen. Außerdem gibt es in der Tiefenregion der Höhle kaum Konkurrenten oder Feinde.  

Lies hier mehr über den Grottenolm, die Höhlen-Wasserassel und den Höhlen-Flohkrebs.

In der Höhle zu Gast

Wie viele andere Fledermausarten nutzt auch das Große Mausohr Höhlen gerne als Quartier für den Winterschlaf. (Foto: Klaus Bogon)
Fledermaus Großes Mausohr im Flug
Mauerasseln kannst du auch im Garten finden. Dort verstecken sie sich zum Beispiel unter Steinen oder Baumrinde. (Foto: Klaus Bogon)
Mauerassel an Höhlenwand.

Aber auch viele andere Tierarten nutzen Höhlen als Lebensraum. Man unterscheidet sie in "Höhlengäste" und "höhlenliebende" Tiere. Die Höhlengäste suchen die Höhlen nur zu bestimmten Zwecken auf. In Höhlen ist es immer feucht und im Winter friert es dort nicht. Deshalb nutzen Höhlengäste die Höhlen gerne als Winterquartier. Zu den Höhlengästen gehören zum Beispiel Fledermäuse und Schmetterlinge.

Höhlenliebende Arten sind Tierarten, die sowohl in Höhlen, aber auch überirdisch vorkommen. Auch dort ziehen sie sich gerne ins Dunkle zurück, zum Beispiel unter Steinen, Wurzeln oder Baumrinde. Zu ihnen gehören zum Beispiel der Höhlen-Raubkäfer und die Mauerassel.

Lies hier mehr über Fledermäuse. Und hier erfährst du mehr über den Höhlen-Raubkäfer.

Darum muss man Höhlen schützen

Höhlen sind geheimnisvoll, schön und ein wichtiger Lebensraum. Deshalb müssen sie geschützt werden. (Foto: Alexandra Bengel)
Eine Höhle mit Wasser.

Höhlen sind aus verschiedenen Gründen schützenswert: Zum einen sind viele von ihnen im Laufe von Jahrtausenden entstanden und deshalb für die Wissenschaft sehr interessant. Dort kann man die Geschichte der Erde hautnah erleben und erforschen. Außerdem sind Höhlen empfindliche Ökosysteme und natürliche Zugänge zum Grundwasser. Verschmutzungen auf der Oberfläche können das ganze Höhlensystem gefährden und große Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebewesen der Höhle haben.   

Hier kannst du selbst Höhlen erleben

Beleuchtete Tropfsteine in einer Schauhöhle. (Foto: gemeinfrei)
Beleuchtete Tropfsteine in einer Schauhöhle.

Höhlen sind ein wertvoller und empfindlicher Lebensraum. Wege und Treppen existieren nicht. Höhlenforscher haben gelernt, sich dort umsichtig zu bewegen. Die meisten Höhlen sind jedoch nicht für jedermann zugänglich. Damit aber trotzdem viele Menschen die Möglichkeit haben, einmal eine Höhle von innen zu sehen, gibt es die sogenannten "Schauhöhlen". Sie sind in den Sommermonaten für Touristen geöffnet. Dort kannst du, geführt von fachkundigen Menschen, einen Teil der Höhle erkunden und Tropfsteine, skurrile Gesteinsformationen und unterirdische Flüsse bewundern.

Hier findest du eine Liste der Schauhöhlen in Deutschland: Schau doch mal rein!

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(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin mit Lupe

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Film: So arbeiten die Höhlenforscher!

Klicke auf den Pfeil, um den Film zu starten! (Film: speleofilms / Uwe Krüger)
Standbild Höhlenfilm

Höhlenforscher kriechen durch enge Gänge und seilen sich in finstere Schächte ab. Was sie dabei entdecken, welche Ausrüstung sie brauchen und wie sie sich auf ihre gefährliche Arbeit vorbereiten, erfährst du in diesem Film.

Jetzt Film starten.

Wie entstehen Höhlen eigentlich?

(Foto: Alexandra Bengel)
Raum mit tiefer Decke in einer Höhle.

Höhlen entstehen sehr häufig durch Wasser. Regenwasser dringt in Fugen und Risse im Gestein ein und vergrößert diese immer weiter, bildet Röhren und schließlich Hohlräume. Im Laufe von Jahrmillionen sind auf diese Weise riesige Höhlensysteme entstanden, die zum Teil viele Hundert Kilometer lang sein können. Besonders viele Höhlen gibt es in Deutschland auf der Schwäbischen Alb in dem Bundesland Baden-Württemberg und in der "Fränkischen Schweiz" in Bayern.

Steinzeit-Graffiti

Höhlenmalerei: Pferd in der Höhle von Lascaux.(Foto: Sixta Görtz)
Pferd aus der Höhle von Lascaux

Höhlen können auch bedeutende Zeugnisse vergangener Zeiten sein. Menschen haben Höhlen schon vor Jahrtausenden als Wohnort oder Rückzugsraum genutzt. Besonders beeindruckende Zeugnisse sind die Höhlenmalereien: Kunstwerke, die die Menschen schon vor rund 20.000 Jahren auf Höhlenwände gemalt haben. Besonders viele gut erhaltene Zeichnungen hat man in der Höhle von Lascaux in Frankreich gefunden, deren Nachbau du besichtigen kannst.

Lies in der Kinder-Wikipedia mehr über die Steinzeit: Zum Klexikon.