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Lexikon

Alles über den Wald


(Foto: Sixta Görtz)
Rehe im Wald

Der Wald ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere, er schützt unser Klima - und er ist einfach schön. Besonders jetzt im Herbst. 

Der Wald ist ein vielfältiges "Ökosystem"

Die Lebewesen im Wald hängen voneinander ab. Hier siehst du Pilze, die auf einem Fichtenzapfen wachsen. (Foto: Rita Lüder)
Kleine Pilze, die auf herabgefallenen Eichenblättern wachsen

Mehr als die Hälfte aller Pflanzen und Tiere an Land lebt im Wald. Alle Lebenwesen im Wald bilden eine Gemeinschaft und sind voneinander abhängig. Man sagt dazu auch "Ökosystem Wald". Vielleicht kannst du dir das besser vorstellen, wenn du an die Nahrungskette im Wald denkst: Die Blätter und Früchte der Bäume dienen den Tieren als Nahrung. Aus den Haufen der Tiere und aus abgestorbenen Pflanzenteilen machen Bakterien, Pilze und winzige Tiere wieder Erde. Aus der wachsen dann neue Bäume, die wieder Blätter und Früchte tragen - ein gut funktionierender Kreislauf. 

Kühlschrank, Wasserfilter und Luftverbesserer

Eine einzige alte Buche kann an einem warmen Tag 500 Liter Wasser verdunsten lassen. (Foto: gemeinfrei)
Buchenwald
Wir Menschen und alle Tiere atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Bei Pflanzen ist es umgekehrt - wie praktisch! (Foto: Hartmann Linge cc-by-sa 3.0)
Mit Hilfe der Blätter betreiben Bäume "Photosynthese". (Foto: gemeinfrei)
Sonnenbeschienenes Ahornblatt

Doch der Wald kann noch viel mehr.

Hast du schon mal bemerkt, dass es an heißen Tagen im Wald viel kühler ist? Das liegt natürlich auch am Schatten, den die Baumkronen werfen. Aber nicht nur daran. Über ihre Blätter lassen die Bäume tagsüber ständig Wasser verdunsten. Aus den Blättern einer einzigen großen Buche treten 500 Liter Wasser täglich aus! Das Wasser ist von der Wurzel einmal durch den ganzen Baumstamm, durch die Äste und Zweige bis zum Blatt gestiegen, bevor es dort als Wasserdampf wieder herauskommt. Der austretende Wasserdampf kühlt die Luft. Außerdem reinigt der Baum das Wasser dadurch auch - man sagt, er "filtert" es.

Photosynthese - nie gehört?

Kohlendioxid - dieses Gas kennst du bestimmt. Es entsteht jedes Mal, wenn wir ausatmen. Bei den Bäumen im Wald ist es genau umgekehrt: Sie atmen das Kohlendioxid ein. Aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht machen Pflanzen Sauerstoff und Zucker. Das nennt man "Photosynthese". Einen Teil des Sauerstoffs geben sie an die Umgebung ab - und wir können ihn einatmen. Kohlendioxid entsteht auch beim Verbrennen von Erdöl, Kohle und Gas. Zu viel davon ist schlecht, denn es beschleunigt den Klimawandel. Gut, dass es den Wald gibt - je mehr davon, desto besser.

Hier wird die Photosynthese noch genauer erklärt und du lernst noch mehr Dinge kennen, die der Wald leistet.

Holzlieferant und Ort der Erholung

Der Wald ist auch ein toller Ort zum Spielen und Entdecken. (Foto: Sixta Görtz)
Kind auf Kiefernast
Mit ein bisschen Glück kannst du im Wald einen Waldkauz entdecken. (Foto: Peter Kühn / NABU)
Waldkauz im Baum

Für uns Menschen hat der Wald sogar noch viel mehr auf Lager: Wir können sein Holz nutzen und daraus Häuser bauen oder Spielzeug herstellen. Holz als Baustoff zu nutzen - das machen wir Menschen schon seit Jahrtausenden. Solange wir dafür sorgen, dass immer genug gesunder Wald nachwächst, ist das eine gute Sache.

Und nicht zuletzt ist der Wald auch einfach ein toller Ort - zum Entspannen, Genießen und Natur beobachten. Es tut gut, seinen weichen Boden unter den Füßen zu spüren, den würzigen Duft zu riechen und den Waldgeräuschen zuzuhören. Viele Menschen sagen, dass der Wald der beste Ort ist, um sich zu erholen.

Was dem Wald nicht gut tut

In vielen Wäldern sterben die Fichten, weil sie durch die Trockenheit der letzten beiden Sommer geschwächt waren und nun vom Borkenkäfer befallen sind. (Foto: gemeinfrei)
Wald mit abgestorbenen Fichten
Monokultur aus Fichten. Solche Wälder kommen mit dem Klimawandel nicht gut zurecht. (Foto: gemeinfrei)
Fichten-Monokultur
Ein Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen kommt mit Trockenheit und Hitze besser klar. (Foto: Sixta Görtz)
Mischwald

Über den deutschen Wald wird zur Zeit viel geredet. Die beiden verganenen Sommer haben ihm nicht gut getan. In vielen Wäldern sterben die Fichten. Hitze und Trockenheit haben die Bäume geschwächt, so dass sie für den Borkenkäfer eine leichte Beute waren.

Waldkennerinnen und -kenner warnen schon lange davor, dass unser Wald mit dem Klimawandel nicht zurecht kommen könnte. Hitze und Trockenheit machen vor allem Fichten und Kiefern zu schaffen, von denen in unseren Wäldern sehr viele wachsen. Vielerorts sogar als einzige Baumarten. Wenn man auf einer Fläche eine einzige Pflanzenart anbaut, nennt man das Monokultur. Monokulturen sind anfälliger für Stürme, Trockenheit und Krankheiten. Dafür lässt sich das Holz aus einer Monokultur aber einfacher und schneller ernten.

Nun wird von Naturschützern, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen und Waldbesitzern überlegt, wie man dem Wald am besten helfen kann - welche Baumarten man pflanzen soll und ob mehr oder weniger Bäume gefällt werden müssen. Darüber gibt es viele Diskussionen, denn es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, was das Beste für den Wald ist. Klar ist bisher nur, dass sich etwas ändern muss.

Lies hier mehr über naturnahe Waldwirtschaft!

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(Foto: gemeinfrei)
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