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Lexikon

Weißstorch

Beliebte Zugvögel und Glücksbringer

Störche gehören zu den bekanntesten Zugvögeln. Schon Ende August fliegen sie nach Afrika und legen dabei mehr als 10.000 Kilometer zurück. Im April kommen sie zurück und ziehen in großen Reisignestern ihre Jungen auf. Sie nutzen Hausdächer gerne als Wohnort.

Weißstörche auf dem Weg in den Süden

Weißstörche sind Gewohnheitstiere: Sie fliegen jedes Jahr denselben Weg in den Süden und wieder zurück und beziehen im Frühling am liebsten das Nest vom Vorjahr. Deshalb gehören Weißstörche inzwischen zu den am besten erforschten Zugvögeln. Wir können sogar mit ihnen auf Reisen gehen: Viele Störche tragen kleine Mini-Sender, mit denen Vogelforscher ihre Flüge verfolgen.

Zwei Flugrouten

Dabei haben sie herausgefunden, dass die Störche zwei unterschiedliche Flugrouten benutzen. Die sogenannten "Westzieher" fliegen nach Südwesten über Belgien, Frankreich und Spanien. Manche von ihnen bleiben im Winter in Spanien, andere ziehen weiter nach Afrika. Die "Ostzieher" nehmen die Route nach Osten, über Polen, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und Israel. Sie überwintern südlich der Wüste Sahara.

Immer über Land

Auf direktem Wege nach Afrika fliegt keiner von ihnen, denn zwischen Europa und Afrika liegt das Mittelmeer. Störche sind Segelflieger. Um Energie zu sparen, nutzen sie beim Fliegen warme, aufsteigende Winde. Über dem Meer fehlen diese Aufwinde. Deshalb meiden die Störche große, offene Gewässer.

Welche Gefahren lauern auf die Weißstörche?

Der Weg der Störche ist weit und auf der Strecke lauern große Gefahren: Schlecht gesicherte Strommasten, an denen die Vögel einen tödlichen Stromschlag bekommen können. Wilderer, die Jagd auf die Vögel machen. Oder ausgetrocknete Rastplätze, an denen die Störche keine Nahrund mehr finden können. Wissenschaftler und Tierschützer aus verschiedenen Ländern setzen sich schon lange dafür ein, die Wege für die Störche sicherer zu machen. Mit Erfolg: Ihre Bemühungen haben dazu geführt, dass die Weißstörche in Europa wieder zahlreicher werden.

Weißstörche sind Kulturfolger

Weißstörche sind Kulturfolger - sie halten sich gerne in der Nähe von Menschen auf. Ihr großes Nest bauen sie auf Dächern auf, zum Beispiel auf Scheunen, Kirchen und Wohnhäusern. Wenn die Landwirte ihre Felder pflügen, suchen die Vögel in den Pflugrinnen nach Insekten und Regenwürmern. In Feuchtgebieten jagen sie außerdem nach Fröschen, Kröten, Fischen und jungen Ringelnattern. Besonders beliebt bei den Störchen sind Dörfer mit genügend Äckern und Feuchtwiesen in der Nähe, so dass der Weg zur Nahrung nicht weit ist.

Wie lebt Familie Weißstorch?

Wenn die Störche im Frühjahr zurückkehren, treffen sich am Horst häufig die Partner vom Vorjahr wieder  - und bleiben zusammen. Im April legt das Weibchen zwei bis sieben Eier, aus denen nach drei Wochen die Jungen schlüpfen. Die haben dann bis August Zeit, groß und stark zu werden und das Fliegen zu lernen, denn schon in ihrem ersten Lebensjahr gehen die Jungstörche mit ihren Eltern auf Reisen. 1600 Gramm Nahrung pro Tag braucht so ein kleiner Vielfraß zum Wachsen - das sind fast 40 Mäuse!

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Steckbrief Weißstorch

Verbreitung:
Nordafrika, Europa, Asien, Wintergast in Wintergast in West-, Ost- und Südafrika

Lebensraum:
offene Kulturlandschaften, Feuchtgebiete. Nistet gerne in menschlichen Siedlungen

Größe:
80 Zentimeter, Flügelspannweite bis zu 2 Metern

Gewicht:
bis 4,5 kg

Nahrung:
Frösche, Reptilien, Mäuse, Insekten, Regenwürmer, Fische

Anzahl Junge:
3 bis 7 Eier, Brutdauer 32 bis 33 Tage

Alter
8 bis 10 Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Ciconia Ciconia

Steckbrief Schwarzstorch

Verbreitung:
Brutvogel von Westfrankreich über Norddeutschland bis nach Sibirien, Wintergast in West- und Ostafrika

Lebensraum:
Wald, nistet in Baumkronen

Größe:
bis zu einem Meter

Gewicht:
bis 3 kg

Nahrung:
Fische und Amphibien aus seichten Gewässern

Anzahl Junge:
vier

Wissenschaftlicher Name:
Ciconia nigra

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