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Lexikon

Wildkatzen

Wilde Streuner in einsamen Wäldern

Eine Wildkatze im Schnee. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Wildkatze im Schnee

Wildkatzen sind selten, scheu und schwer zu entdecken. Trotzdem haben Forscher schon viel über sie herausgefunden. Die Katzen gehen den Wissenschaftlern buchstäblich auf den Leim.

Wildkatzen gehen Forschern auf den Leim

Wildkatzen sind in Deutschland selten. (Foto: Thomas Stefan / BUND)
Wildkatze zeigt Zähne
Eine echte kleine Wildkatze. Forscher haben herausgefunden, dass sich Wildkatzen und Hauskatzen nicht paaren. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Kleines Wildkätzchen

Mindestens 512 richtige Wildkatzen gibt es in Deutschland. Das haben Forscher ganz genau gezählt. Sie können so sicher sein, weil sie die Haare der Tiere untersucht haben. Die hatten sie an sogenannten "Lockstöcken" gefunden. Das sind Holzlatten, die von den Forschern mit Baldrian besprüht werden. Diesen Duft finden die Wildkatzen unwiderstehlich und reiben sich daran. Dabei bleiben Haare aus ihrem Fell am Holz hängen.

Die Forscher können genau ermitteln, welche Haare zu welchem Tier gehören und haben zum Beispiel herausgefunden, dass die Katzen in unseren Wäldern richtige Wildkatzen sind - also keine verwilderten Hauskatzen und auch keine Nachkommen von Wildkatzen und Hauskatzen. Das ist eine sehr wichtige Information, denn früher hatte man befürchtet, dass sich Wildkatzen längst mit streundenden Hauskatzen gepaart haben könnten. Dann gäbe es irgendwann in Deutschland keine echten Wildkatzen mehr. Diese Sorge ist aber unbegründet.

Unsere Wildkatzen sind wirklich wild!

Junge Wildkatze. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Junge Wildkatze
Schleichende Wildkatze. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Schleichende Wildkatze auf einem Baumstamm.
Wildkatzen brauchen einsame Wälder. Wildnisgebiete sind ideale Lebensräume für sie. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Wildkatze im Schnee

Wirklich zählen konnten die Forscher bisher nur diejenigen Wildkatzen, deren Haare sie zuordnen konnten. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland aber viel mehr dieser scheuen Tiere: Forscher schätzen, dass es bis zu 7000 sein könnten. Die meisten Wildkatzen leben im Weser-Leine-Bergland und in der Eifel. Um mehr über die Tiere herauszufinden, müssen die Forscher viele kleine Indizien sammeln. Aus dem, was die Wissenschaftler inzwischen über Wildkatzen wissen, haben sie dann Rückschlüsse darauf gezogen, wie viele Tiere es insgesamt sein müssten.

Was in den Genen steht

Die Katzenhaare an den Lockstöcken sind für die Biologen deshalb so wertvoll, weil sie eine sehr genaue Informationsquelle sind: Mit einer sogenannten "Genanalyse" kann man fast alles Wichtige über die Tiere herausfinden. In den Genen steht nämlich zum Beispiel, welche Katzen untereinander verwandt sind. Das ist eine sehr wichtige Information, denn so konnten die Forscher feststellen, dass unsere heimischen Wildkatzen keine Nachkommen von Hauskatzen sind, aber auch, dass sich Wildkatzen aus bestimmten Regionen noch nie untereinander gepaart hatten. Daraus schließen die Forscher, dass es zwischen den Lebensräumen der Wildkatzen Hindernisse gibt, die sie nicht überwinden können.

Projekt Wildkatzensprung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will das ändern. Viele freiwillige Helfer pflanzen Büsche und Bäume zwischen größeren Wäldern. So wollen sie den Wildkatzen helfen, die Hindernisse zu überspringen. Das Projekt "Wildkatzensprung" wird vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bundesumweltministerium unterstützt.

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Steckbrief Wildkatze

(Foto: Thomas Stephan / Bund)
Wildkatze im SChnee

Familie:
Katzen

Vorkommen:
Europa

Lebensraum:
Dichte Wälder

Nahrung:
Mäuse, Kaninchen, Vögel, Frösche, Eidechsen.

Feinde:
Luchs, Wolf, Uhu, Seeadler, Steinadler

Anzahl Junge:
Zwei bis vier

Lebenserwartung:
Sieben bis zehn Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Felis silvestris silvestris

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(Foto: gemeinfrei)
Leopard im Portrait

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