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Lexikon

Lebensraum Pfütze


(Foto: gemeinfrei)
Zwei Mädchen an einer Pfütze auf einem ungeteerten Weg

Pfützen sind die kleinsten Gewässer und können trotzdem voller Leben sein - zumindest, wenn sie auf unversiegelten Böden entstehen. Im Wald, am Feldrand oder auf Wiesen steht das Wasser manchmal wochenlang. Doch solche Stellen sind selten geworden.


Diese Pfütze auf einer Pferdeweide in Norddeutschland dürfte sich einige Tage halten. (Foto: gemeinfrei)
Pfütze auf einer Wiese
Schon nach wenigen Tagen tummeln sich winzige Flohkrebse in der Pfütze. (Foto: Mike Krueger cc-by-sa 3.0)
Flohkrebs unter dem Mikroskop

Nach wenigen Stunden wird eine Pfütze schon von winzigen Einzellern bevölkert. Einige Tage später leben Flohkrebse und Insektenlarven darin, die du sogar mit bloßem Auge erkennen kannst. In größeren Pfützen können sogar Amphibien laichen. Gebbauchunken und Kreuzkröten zum Beispiel legen ihre Eier gerne in Pfützen ab, denn dort hat ihr Nachwuchs keine Fressfeinde. Außerdem wärmt sich Pfützenwasser in der Sonne schnell auf und wirkt so wie ein Brutkasten auf die Kröten- und Unkeneier. Auch im Wachsen ist der Nachwuchs Spitze: 17 Tage reichen den Mini-Kreuzkröten vom Schlüpfen bis zum fertigen Tier. Damit sind sie die Rekordhalter unter unseren heimischen Amphibien. Gelbbauchunken brauchen etwas länger: Frühestens nach 41 Tagen wird aus der Larve mit Kiemen und Schwanz eine fertige kleine Unke.

Lebensraum Pfütze in Gefahr

Straßen werden geteert, damit Regenwasser schnell ablaufen kann und keine Pfützen entstehen. Diese hier wird wohl schnell wieder verschwunden sein. (Foto: gemeinfrei)
Blätter in einer Pfütze auf der Straße
Rauchschwalben finden den Lehm für ihre Nester in Pfützen. (Foto: gemeinfrei)
Rauchschwalbe an einer Pfütze
Diese kleinen Gelbbauchunken sind in einer Pfütze in einem Überschwemmungsgebiet herangewachsen. (Foto: Rosenzweig cc-by-sa 3.0)
Gelbbauchunken-Jungtiere

Pfützen sind bei den meisten Erwachsenen nicht gerade beliebt. Deshalb werden Straßen geteert und Wege geschottert oder gepflastert. Flüsse sind eingedeicht und können nicht mehr über die Ufer treten, so dass selbst am Fluss kaum noch Pfützen entstehen. Für die Natur ist das schlecht, denn so gehen den Gelbbauchunken und Kreuzkröten die Lebensräume aus. Sogar Vögel sind betroffen: Rauchschwalben und Mehlschwalben zum Beispiel brauchen für ihr Nest feuchten Lehm. Den finden sie vor allem in Pfützen auf unbefestigten Wegen oder am Feldrand. Wenn es keine Pfützen mehr gibt, können die Schwalben keine Nester bauen. 

Naturschützer wollen das ändern, indem sie künstliche Pfützen anlegen - zum Beispiel in Steinbrüchen oder auf Wiesen. Eine flache Mulde, mit etwas Teichfolie ausgelegt - fertig ist die Pfütze. Das kannst du sogar im eigenen Garten machen.

Hier erfährst du, wie du selbst eine Pfütze anlegst.

Auch Flüsse sollen wieder freier fließen können. Das hat die Bundesregierung beschlossen. Dazu werden jetzt überall in Deutschland Deiche abgebaut, so dass die Flüsse vielerorts wieder über die Ufer treten können. Zieht sich das Wasser zurück, bleiben Pfützen und Tümpel übrig, in denen viele seltene Tiere leben können - wie zum Beispiel die seltenen Gelbbauchunken und die niedlichen Laubfrösche.

Mehr draüber erfährst du hier: Bundesprogramm "Blaues Band"

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(Foto: gemeinfrei)
Nasser Marienkäfer auf Blatt

Was bei Regen in der Natur sonst noch passiert, erfährst du im Thema des Monats:

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