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Lexikon

Saiga-Antilopen


(Foto: Navinder Singh cc-by-sa-3.0)
Saiga-Antilope mit Hörnern in der Mongolei

Um die Saiga-Antilopen zu beschreiben, braucht man eigentlich nur ein einziges Wort: Außergewöhnlich. Schon allein ihr Gesicht mit der riesigen Nase! Aber damit nicht genug: Saiga-Antilopen können Temperaturen von Minus 40 und Plus 50 Grad Celsius aushalten. Sie kommen mit extrem wenig Wasser und Futter aus. Und mit ihrem feinen Gehör können sie ihre Artgenossen kilometerweit hören.


In der Kasachischen Steppe: Kein Baum, kein Strauch - nur Gras, soweit das Auge reicht. Hier leben die Saiga-Antilopen. (Foto: Carol A. cc-by-sa 3.0)
Kasachische Steppe
Eine Herde Saigas an einer Wasserstelle in Kasachstan.(Foto: Yakov Fedorov cc-by-sa 3.0)
Eine Herde Saigas an einer Wasserstelle in Kasachstan

Saiga-Antilopen sind in den Steppen von Kasachstan, Russland und der Mongolei zu Hause - weite Graslandschaften ohne höhere Büsche oder Bäume. Dort wird es im Sommer sehr trocken und heiß, während im Winter die eisigen Winde für Temperaturen von bis zu Minus 40 Grad Celsius sorgen können. Dann bekommen die Saigas ein dichtes Winterfell und setzen ihre rüsselartigen Nasen ein, um unter dem Schnee nach Futter zu suchen.

Doch die Nasen der Saigas können noch mehr: Im Winter wärmen sie die eiskalte Atemlunft auf, im Sommer kühlt die große Nase das Blut, bevor es ins Hirn strömt, damit die Saigas keinen Sonnenstich bekommen. Außerdem verstärkt die große Nase die Stimme der Saigas, so dass ihre Rufe kilometerweit zu hören sind. Das ist wichtig, weil Saigas ihre Kälber tagsüber oft allein zurücklassen, um auf Futtersuche zu gehen. Ruft das Kalb jedoch nach seiner Mutter, kehrt diese zurück.

So leben Saiga-Antilopen

In sehr trockenen Sommern sammeln sich Saigaantilopen an Wasserstellen. (Foto: Andrey Giljov cc-by-sa-3.0)
Saiga an einer Wasserstelle in Russland.

Mit rund 70 cm Schulterhöhe sind Saiga-Antilopen ziemlich klein. Ihr Fell ist beige-braun. Männchen tragen gebogene Hörner mit dunklen Spitzen. Saigas sind sehr schnelle Läufer und entwischen ihren Feinden, den Wölfen, mit bis zu 80 Stundenkilometern regelmäßig. Meist erwischen die Wölfe nur kranke und schwache oder sehr junge Saigas.

Auf ihrer Suche nach Gräsern, Kräutern und Flechten oder nach Wasserstellen legen Saigas sehr lange Strecken zurück. Dabei sind sie sehr genügsam und können sogar Salzwasser trinken. Ihre Jungen werden im Mai und Juni geboren, meist als Zwillinge. Schon nach einer Woche beginnen die Kleinen, Gras zu fressen, werden aber auch noch von der Mutter gesäugt.

Bestand und Bedrohung

Eine Saiga-Antilope aus dem Kölner Zoo mit Winterfell. (Foto: Götz Ellwanger / piclease)
Saiga-Antilope mit Winterfell im Zoo

Obwohl noch vor 50 Jahren mehr als zwei Millionen Saigas durch die asiatische Steppe zogen, sind es zur Zeit nur noch rund 120.000. Das hat mehrere Gründe: Zunächst wurden vor allem die Männchen wegen ihrer Hörner von Wilderern gejagt. Das führte dazu, dass immer weniger Jungtiere geboren wurden. Eine Virusinfektion und ein besonders kalter Winter folgten 2017, so dass die Bestände der kleinen Antilopen fast zusammengebrochen sind.

Viruserkrankungen und strenge Winter gibt es bei den Saigas immer wieder. Wenn genug gesunde Tiere überleben, erholen sich die Bestände in kurzer Zeit wieder. Wenn sie jedoch zusätzlich noch gejagt werden, kann das zum Aussterben der Tiere führen.

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Steckbrief Saiga

(Foto: Oleg Mileev cc-by-sa 4.0)
Saiga-Baby im Gras

Verbreitung:
Russland, Kasachstan, Mongolei

Lebensraum:
Steppen

Größe:
120 cm lang, bis 70 cm hoch.

Gewicht:
Bis 50 kg (Männchen)

Nahrung:
Gras, Kräuter, Flechten

Anzahl Junge:
Meistens 2 pro Jahr

Feinde:
Wölfe

Lebensdauer:
Bis 12 Jahre.

Wissenschaftlicher Name:
Saiga tatarica