Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Tierforschung


Jörg Melzheimer und seine Kollegin besendern einen Geparden in Namibia. Der Gepard ist betäubt und bekommt von der ganzen Prozedur nichts mit. (Foto: Jörg Melzheimer / Leibnitz Institut für Zoo- und Wildtierforschung)
'Wissenschaflter besendern einen Geparden

Sind die Wölfe in Deutschland gefährlich? Wo bekommen Feuersalamander Nachwuchs? Warum jagen in ganz Afrika nur noch gut 7000 Geparden und wovon ernähren sich Quallen? Die Antworten auf diese Fragen haben wir den Menschen zu verdanken, die diese Tiere erforschen - den Zoologen.

Vier Forscher - vier Leidenschaften

Geparden sind die einzigen tagaktiven Katzen in Afrika - und die Leidenschaft von Zoologe Jörg Melzheimer. (Foto: gemeinfrei)
Gepard aus der Nähe
Cornelia Jaspers hat Mini-Quallen aus der Ostsee gefischt. (Foto: Peter Bondo Christensen)
Timm Reinhardt mit einer Telemetrieantenne.(Foto: Timm Reinhardt)
Timm Reinhardt mit Telemetrieantenne

Jörg Melzheimer zum Beispiel. Er erforscht Geparde in Namibia. Dazu hängt er ihnen kleine Sender um den Hals, die ihm verraten, was die seltenen, scheuen Katzen den ganzen Tag tun. Die Sender überwachen jeden Schritt der Tiere und melden ihre Daten per Internet an die Forscher.

Oder Cornelia Jaspers. Sie ist Meeresbiologin und mit Forschungsschiffen auf den Ozeanen unterwegs. Wale und Fische interessieren sie nicht. Ihre Leidenschaft gilt den Quallen. Sie züchtet die Glibbertiere sogar im Labor - und ist damit einer der wenigen Menschen weltweit, denen das bisher gelungen ist.

Oder Timm Reinhardt. Er hat sechs Jahre lang Feuersalamander erforscht. Wenig Schlaf, viel Regen - so beschreibt er seinen Job. Denn Feuersalamander sind nachtaktiv und am liebsten bei Regen unterwegs. Nach vielen nassen Nächten hat Timm am Ende herausgefunden, warum manche Feuersalamander ihren Nachwuchs lieber in Teichen bekommen und andere lieber in Bächen.

Und schließlich Norbert Tenten. Er hat eine Schwäche für seltene Kröten. Damit er sie besser erforschen kann, hält er sich einige Exemplare in einem Freigehege in seinem Garten - mit Genehmigung natürlich.

Alle Forscher kannst du in den nächsten Wochen näher kennenlernen - lies mehr über sie im Fall der Woche!

Traumberuf Zoologe?!

Diese Biologin vermisst Wolfsspuren. Die Fährte verrät ihr, wohin die Wölfe gelaufen sind, wie viele es waren und ob auch Jungtiere dabei waren. (Foto: Gesa Kluth / Wildbiologisches Büro LUPUS)
Biologin vermisst Wolfsspuren
Mit dem Fernglas zählen Meeresbiologinnen Seevögel. (Foto: BfN)
Meeresbiologinnen mit Ferngläsern auf einem Schiff
Im Labor: In den großen Behältern hält Cornelia Jaspers Quallen. (Foto: Sandra Kaehlert / Geomar)
Cornelia Jaspers im Labor mit Quallenbehältern

Wer Tiere erforschen möchte, muss vor allem eines haben: Geduld. "Und eine gute Beobachtungsgabe", ergänzt Timm Reinhardt. Wenn du außerdem ausdauernd bist und dich gerne mit kleinen Details beschäftigst, bringst du schon einmal gute Voraussetzungen mit.

Kein bequemer Arbeitsplatz

Aber du solltest nicht zimperlich sein, denn Tierforscher haben keinen besonders bequemen Arbeitsplatz: Timm Reinhardt hat schon viele verregnete Nächte in einer Wathose im Bach verbracht, Cornelia Jaspers schippert wochenlang über den eisigen arktischen Ozean und Jörg Melzheimer läuft oft stundenlang bei 40 Grad Hitze durch die namibische Steppe.

Labor und Schreibtisch

Doch Zoologen verbringen auch viele Stunden im Labor und am Schreibtisch. In Experimenten überprüfen sie ihre Beobachtungen und am Computer werten sie die gesammelten Daten aus. Und schließlich kommt noch der lästige Teil ihrer Arbeit: Der Forschungsbericht. Damit alle Wissenschaftler auf der Welt an den Forschungsergebnissen teilhaben können, müssen die Zoologen Berichte in englischer Sprache verfassen. Englisch ist die Sprache der Naturwissenschaften. 

Wozu müssen wir so viel über Tiere wissen?

Erwischt: Diese Wildkamera hat im Jahr 2010 die weltweit allererste Aufnahme eines Borneo-Nebelparders gemacht. (Foto: Andreas Wilting / IZW)
Zwei Gepardenmännchen in Namibia - fotografiert von einer Kamerafalle. (Foto: Leibnitz IZW / Gepardenprojekt)
Zwei Gepardenmännchen auf einem Baumstumpf

Die Artenvielfalt auf der Erde nimmt ab und viele Tier sind selten geworden. Zoologen wollen wissen, woran das liegt und wie man die Tiere besser schützen kann. Richtig schützen kann man sie nämlich nur, wenn man möglichst viel über ihre Lebensweise weiß - was sie fressen, wo sie jagen, wie sie Nachwuchs bekommen und wie sie mit Veränderungen in ihrem Lebensraum zurechtkommen. Tierforschung ist also die wichtigste Vorraussetzung für den Artenschutz.

Wie zum Beispiel bei den Geparden. Früher haben die Farmer in Namibia Jagd auf die Katzen gemacht, um ihre Weidetiere zu schützen. Heute wissen sie dank der Forschung von Jörg Melzheimer und seiner Kollegen genau, in welchen Gebieten die Geparden am liebsten jagen - und bringen ihre Herden einfach woanders hin.

zurück

Mach mit beim Detektivauftrag!

(Foto: Junior-Ranger)
Kind mit Lupe

Werde selbst zum Tierforscher!

Zum Detektivauftrag

Weiterlesen...

Biologe Norbert.(Foto: Sixta Görtz)
Norbert Tenten von der Biologsichen Station Haus Bürgel