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Fall der Woche

Das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt"


(Foto: gemeinfrei)
Blumenwiese

Der 22. Mai ist "internationaler Tag der biologischen Vielfalt". In diesem Jahr erinnert er daran, dass vor 25 Jahren ein historischer Vertrag in Kraft trat: Das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt". Bis heute sind 196 Länder dem Übereinkommen beigetreten. Sie alle wollen das weltweite Artensterben stoppen.

Was ist ein "Abkommen" und wozu braucht man es?

(Foto: Anna Harzheim)
Zwei Hände halten ein Buschwindröschen
Das Logo der letzten Konferenz der Vertragsstaaten in Cancun, Mexiko. (Logo: COP 13)
Logo der 13. Vertragsstaatenkonferenz in Cancun

Wenn sich mehrere Länder auf bestimmte Regeln einigen, die sie einhalten wollen, dann halten sie diese Regeln in einem Vertrag fest. Einen solchen Vertrag nennt man auch "Abkommen" oder "Übereinkommen". Der Fachbegriff dafür heißt "Konvention" oder englisch "convention". Alle Länder, die die Konvention unterschreiben, müssen sich an die dort formulierten Regeln halten.

Konventionen werden beschlossen, wenn mehrere Länder ein bestimmtes gemeinsames Ziel erreichen wollen und dieses nicht alleine bewältigen können. Neben der Konvention über die biologische Vielfalt gibt es im Umwelt- und Naturschutz noch weitere wichtige Abkommen - zum Beispiel die Klimakonvention oder die Konvention über den Handel mit bedrohten Arten.

Was steht in der Konvention über die biologische Vielfalt?

Eisvogel. (Foto: Joefrei cc-by-sa 3.0)
Eisvogel im Schwebflug
Die Bienenragwurz ist eine seltene Orchidee. (Foto: Sixta Görtz)
Bienenragwurz auf Wiese
(Foto: gemeinfrei)
Biene auf Blüte
Rund 7000 Wildkatzen gibt es in Deutschland. (Foto: Thomas Stephan / BUND)
Wildkätzchen
Artenvielfalt im tropischen Regenwald. (Foto: gemeinfrei)
Bunter tropischer Frosch auf Blatt

Die "Konvention über die biologische Vielfalt" ist ein kompliziertes Vertragswerk mit vielen Paragrafen. Es zu erarbeiten, hat vier Jahre gedauert. Am Ende hatten sich die Vertragspartner darauf geeinigt, wie sie das weltweite Artensterben gemeinsam stoppen wollen. Sie formulierten drei wichtige Ziele, denen alle Regeln und Beschlüsse dienen sollen: Die Staaten sollen die Artenvielfalt in ihrem Land erhalten, sie sollen die Natur nachhaltig nutzen und sie sollen für den Wert der Natur bezahlt werden.

Wie sollen die drei Ziele erreicht werden?

Die eigene Artenvielfalt erhalten: Jedes Land, das die Konvention unterzeichnet, muss einen eigenen Plan vorlegen, wie es die biologische Vielfalt erhalten will. In Deutschland heißt dieser Plan "Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt". Die Bundesregierung hat ihn 2007 beschlossen. Darin werden 430 Maßnahmen beschrieben, mit denen der Artenschwund in Deutschland gestoppt werden soll - zum Beispiel, indem Wildnisgebiete eingerichtet werden, in denen sich seltene Tiere und Pflanzen wieder ausbreiten können.

Die Natur nachhaltig nutzen: Das bedeutet, dass wir die Natur so nutzen, dass auch für unsere Kinder und Enkelkinder noch gesunde Natur übrig ist. Zum Beispiel, indem wir für jeden Baum, den wir fällen, einen neuen pflanzen. Oder indem nur so viele Fische gefangen werden, dass sie sich noch vermehren können.

Für den Wert der Natur bezahlt werden: Stell dir vor, in einem Land in Südamerika wächst eine Pflanze, aus der ein deutsches Unternehmen ein Arzneimittel herstellen möchte. Dann muss Deutschland das südamerikanische Land gerecht dafür bezahlen, dass es diese Pflanze benutzen darf. Diese Regel ist vor allem für ärmere Länder wichtig, in denen eine besonders hohe Artenvielfalt herrscht.

Werden die Ziele der Konvention bis 2020 erreicht?

Alle Vertragsstaaten wollen die Artenvielfalt auf der Erde erhalten. (Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch auf Kinderhand.
Die Flüsse in Deutschland sollen wieder natürlicher werden. Das hat die Bundesregierung beschlossen, um die Konvention über die biologische VIelfalt in Deutschland umzusetzen. (Foto: gemeinfrei)
Die Elbe im Abendlicht.
Bis zu zwei Prozent der Landesfläche von Deutschland sollen wieder Wildnis werden, damit seltene Planzen und Tiere einen Lebensraum haben. (Foto: Jonaskreische cc-by-sa 3.0)
Wildnisgebiet Königsbrucker Heide

Nun ja - nicht wirklich. Viele Ziele, die eigentlich bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollten, werden wir verfehlen. Auch in Deutschland sind viele Ziele der "Nationalen Strategie" noch nicht erreicht. Trotzdem meinen Wissenschaftler und Naturschutz-Experten, dass die Konvention über die biologische Vielfalt ein Erfolg sei. Sie sagen, dass die Menschen heute viel besser darüber Bescheid wissen, was biologische Vielfalt ist und wie wichtig es ist, sie zu erhalten. Außerdem war es bei vielen Ideen und Maßnahmen wichtig, mit ihrer Umsetzung überhaupt erstmal anzufangen. Manches stellte sich als komplizierter heraus und hat einfach länger gedauert oder zeigt erst später Wirkung, als die Macher der Konvention geglaubt hatten.

Alle zwei Jahr treffen sich die Vertreter der Länder zu großen "Vertragsstaatenkonferenzen", abgekürzt "COP". Die nächste ist im November 2018 in Ägypten. Dort werden die Experten darüber verhandeln müssen, wie es mit der Konvention nach 2020 weitergehen soll.

Unser Fall der Woche vom 22. bis 28. Mai 2018

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(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

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Gewinner des letzten Wochenfalls war:

Jens.

Die Wochenfrage lautete:

Warum ist es für die Tiere schwierig geworden, sich an die Veränderungen ihrer Lebensräume anzupassen?

Und die richtige Antwort war:

B - Weil sich die Landschaft durch den Menschen zu schnell verändert hat.

Herzlichen Glückwunsch!