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Lexikon

Der Kiebitz


Ein Kiebitzweibchen. (Foto: NABU / Matthias Graben)
Ein Kiebitzweibchen auf einer Wiese

Der Kiebitz kann im Flug seinen Namen rufen. An seinem lauten "Kiju-witt" kannst du ihn gut erkennen. Leider ist dieser Vogel bei uns nicht mehr häufig zu sehen. Er brütet nämlich auf feuchten Wiesen, Weiden und in Überschwemmungsgebieten. Viele Wiesen sind aber zu Acker geworden. Notfalls brütet er auch dort, aber oft ohne Erfolg. 

Mehr über den Kiebitz

Ein Kiebitznest mit Eiern. (Foto: Rasbak cc-by-sa 3.0)
Kiebitzeier in einer Grasmulde
Das Kiebitzküken ist gut getarnt. (Foto: gemeinfrei)
Kiebitzküken

Nicht nur der Ruf der Kiebitze ist auffällig, sondern auch ihr schillerndes Federkleid. Auf dem Kopf tragen sie eine spitze Federhaube. Wo Kiebitze häufiger sind, kommen sie oft in Gruppen vor. Der Kiebitz ist ein Zugvogel und verbringt den Winter in Südeuropa. In den milderen Gegenden Deutschlands - zum Beispiel im Rheinland - kann man ihn jedoch auch im Winter beobachten.

Flotte Nestflüchter

Ab März legen die Weibchen ihre Eier in Mulden am Boden, die mit Gras ausgepolstert sind. Die Eier sind olivgrün mit dunklen Flecken und deshalb gut getarnt. Damit das Weibchen einen guten Überblick über die Umgebung hat, brütet es am liebsten im kurzen Gras.

Nach knapp vier Wochen schlüpfen die Junvögel. Sie sind Nestflüchter, haben braunweiße Daunen und können sofort laufen. Bei Gefahr drücken sie sich flach an den Boden. Die Eltern füttern sie mit nahrhaften Insekten, so dass die Kleinen schon nach weiteren vier Wochen flügge sind.

Warum der Kiebitz so selten geworden ist - und wie man ihm helfen kann

Auf feuchten Wiesen fühlen sich Kiebitze am wohlsten. (Foto: Kathy 2408 cc-by-sa 3.0)
Kiebitz am Wasser
Ein Kiebitz mit Küken. (Foto: NABU / Torsten Krüger)
Kiebitz mit Jungvögeln

Früher war der Kiebitz sehr häufig und jedes Kind kannte seinen lauten Ruf. Seit er aber meist auf Äckern brüten muss, ist er selten geworden. Häufig werden seine Nester dort zerstört oder er findet nicht genug Insekten für seine Jungen. Deshalb bekommen die Vögel immer weniger Nachwuchs.

Damit der Kiebitz bald wieder häufiger ruft, beraten Naturschützer die Landwirte beim Kiebitzschutz. Viele Wiesen sind zwar zu Acker geworden und das lässt sich auch nicht so einfach wieder rückgängig machen. Deshalb sollen die Landwirtinnen und Landwirte sogenannte "Kiebitzinseln" auf ihren Äckern einrichten. Dort wird im Herbst nicht gesät und während der Brutzeit nicht gearbeitet. So können die Vögel in Ruhe ihre Jungen aufziehen. Außerdem finden sie auf den Flächen auch noch genügend Insekten. Viele Kiebitzinseln sind schon entstanden - und es sollen noch viel mehr werden.

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Die Wahlwerbung des Kiebitzes

(Bild: NABU / Matthias Graben)
Wahlplakat für den Kiebitz

Ich tue alles für eure Aufmerksamkeit: Zur Balzzeit riskiere ich waghalsige Flugkunststücke und ich rufe sogar meinen eigenen Namen. Trotzdem geht’s mir schlechter als allen anderen Vögeln in Deutschland. 

In den letzten 40 Jahren ist meine Sippe um ganze 93 Prozent geschrumpft, jedes Jahr wird meine Familienfeier kleiner. Lasst mir meine Feuchtwiesen, sonst mach ich mich bald ganz vom Acker! Wählt mich, wenn ihr für vogelfreundliche Landwirtschaft seid!

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So ruft der Kiebitz!

Klicke auf Konstantin, um einen Kiebitz zu hören!
Hamster Konstantin mit Kopfhörern

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Eine Feldlerche. (Foto: Frebeck cc-by-sa)
Feldlerche

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Feldvögel in Gefahr