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Lexikon

Eiche


Eichen. (Foto: Sixta Görtz)
Gruppe von Eichen im Herbst auf einer Wiese.

Eichen gehören zu den größten und ältesten heimischen Lebewesen, denn sie sind sehr langlebige  Bäume. Manche Exemplare sollen mehr als 1000 Jahre alt sein. Woran du Eichen erkennen kannst und was sie so wertvoll macht, erfährst du hier.

Wie sehen Eichen aus?

Eine schöne alte Eiche. (Foto: Pierre J. cc-by-sa 2.5)
Allein stehender Eichenbaum.
Eichen haben rundlich eingekerbte Blätter und längliche Früchte, die Eicheln. (Foto: gemeinfrei)
Eichenblätter mit Eicheln.

Eichen können sehr mächtig werden und große Baumkronen ausbilden. Sie haben eine rissige Baumrinde und rundlich eingekerbte Blätter. Die Früchte der Eiche nennt man Eicheln. Sie bilden im Herbst eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Waldtiere.

Eichen wachsen recht langsam und brauchen zum Wachsen viel Licht. Deshalb vertragen sie sich zum Beispiel nicht so gut mit Buchen, die auch im Schatten wachsen können. Sobald die Buchen etwas größer sind, nehmen sie den jungen Eichen das Licht weg, so dass diese eingehen. Eichen kommen deshalb häufig dort vor, wo Buchen nicht wachsen können, zum Beispiel auf sandigen oder nährstoffarmen Böden.

Eichen sind bei vielen Tieren beliebt

Hirschkäfer sind Bewohner von Eichenwäldern. (Foto: J.F. Gaffard cc-by-sa)
Hirschkäfer-Männchen.
Wildschweine lieben Eicheln. (Foto: gemeinfrei)
Wildschwein mit Frischlingen.

Eichen sind Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Tiere des Waldes. Viele Insektenarten leben auf oder von Eichen, darunter auch ganz besonders seltene wie der Hirschkäfer oder der Eremit. Beide Käfer haben sich auf altes Holz spezialisiert, am liebsten von Eichen. Der Hirschkäfer legt seine Eier fast nur in die Wurzeln von abgestorbenen Eichen. Auch der Eremit hat besondere Vorlieben: Seine Larven gedeihen nur in zerfallenem Holz toter Bäume.

Die Bäume halten sogar mühelos eine Invasion von Fressfeinden aus. In manchen Jahren machen sich nämlich die Raupen von Frostspanner, Eichenwickler und Schwammspinner in Massen über die Eichen her und fressen alles ab, was grün ist. Dann treiben die Bäume einfach ein zweites Mal aus.

Im Herbst sind Eichen bei Eichhörnchen, Igeln, Wildschweinen, Hirschen und Rehen beliebt. Dann nämlich ist die Zeit der Eichelreife. Die Früchte der Eiche sind sehr nahrhaft und deshalb bestens für den Wintervorrat geeignet.

Wie wird das Eichenholz genutzt?

Diese Eiche im Urwald Sababurg könnte schon 800 Jahre alt sein. Sie steht unter Naturschutz. (Foto: Szent Istvan cc-by-sa 3.0)
Uralte Eiche

Eichen gehören zu den wertvollsten Bäumen im Wald, denn ihr Holz ist besonders hart und langlebig. Deshalb wurde es früher im Schiffsbau eingesetzt. Für einen einzigen Dreimaster brauchte man 1200 Eichen - das entspricht einem Eichenwald in der Größe von vier Fußballfeldern! Auch das Gerüst von Fachwerkhäusern besteht häufig aus Eichenbalken. Heute werden aus Eichenholz Möbel gemacht, aber auch Fenster, Türen, Fußböden und Terrassenfliesen.

Eichen werden mit 20 bis 40 Jahren erwachsen und tragen dann zum ersten Mal Eicheln. Bis sie gefällt werden, vergehen mindestens weitere 100 Jahre. Wenn ihr zu Hause einen Fußboden oder Möbel aus Eichenholz habt, dann sind die Bäume mindestens schon um 1850 herum aus einer Eichel gekeimt. Das ist eine ziemlich lange Zeit und ein guter Grund, mit Gegenständen aus Eiche achtsam umzugehen.

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Eiche

(Foto: gemeinfrei)
Alte Eiche im Winter.

Lebensalter: Bis 1000 Jahre

Höhe: 30 bis 40 Meter

Anteil am deutschen Wald: 11 Prozent.

Typischer Standort: Sandige Böden bis in 1500 Meter Höhe.

Lateinischer Name: Quercus spec.

Eichenrinde mit Moos. (Foto: gemeinfrei)
Dicke Äste einer alten Eiche.
Eichenblätter. (Foto: gemeinfrei)
Grüne Eichenblätter.
Reife Eicheln. (Foto: gemeinfrei)
Reife Eicheln.