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Lexikon

Tierforscher im Portrait - Norbert Tenten

Der Krötenfreak

(Foto: Sixta Görtz)
Norbert Tenten mit Sinkfalle

Platsch - der weiße Plastikeimer klatscht auf die Wasseroberfläche. Durch die Löcher an der Seite dringt schnell Wasser ein und der Eimer versinkt. Nach wenigen Sekunden ist nur noch der Deckel zwischen den Seekannen zu sehen. Ob Norbert heute Jagdglück hat?

Auf der Suche nach dem Froschkönig

Ob etwas drin ist? Für Norbert ist es immer spannend, wenn er morgens den Deckel der Molchreusen öffnet. (Foto: Sixta Görtz)
Norbert beim Einholen der Sinkfalle
So sieht die Molchreuse von innen aus: Durch die Flaschenöffnungen können die Tiere zwar hinein schwimmen, aber nicht mehr heraus. (Foto: Sixta Görtz)
Molchreuse von innen
Eine Kreuzkröte. (Foto: Tycho cc-by-sa 3.0)
Kreuzkröte
Wechselkröten sind bei uns selten. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Wechselkröte
Oft werden mehrere Molchreusen in einem Gewässer versenkt. Damit Spaziergänger die Eimer im Wasser nicht für Müll halten, steht auf dem Deckel, dass hier eine wissenschaftliche Untersuchung stattfindet. ('Foto: Sixta Görtz)
Deckel einer Molchreuse

Norbert Tenten ist Biologe und Fachmann für Amphibien - also für Kröten, Frösche und Co. Er steht auf einem Steg am Teich der Biologischen Station Haus Bürgel am Rande von Monheim in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Wenn Norbert wissen will, ob in einem Gewässer Amphibien vorkommen, dann schmeißt er einen Eimer ins Wasser. Aber nicht irgendeinen. Dieser Eimer hier ist besonders präpariert und wird "Molchreuse" genannt. Hälse von Plastikflaschen ragen innen hinein und durch die gebohrten Löcher in der Eimerwand kann das Teichwasser eindringen. Oben hat der Eimer einen Schwimmring, damit er nicht bis zum Boden versinkt. Durch die Flaschenhälse geraten die Tiere in die Reuse - aber finden nicht wieder raus. Wenn Norbert die Reuse am nächsten Morgen aus dem Teich zieht, hat er mit etwas Glück einige Tiere gefangen. Besonders genau ist diese Methode natürlich nicht, aber sie ist gut für einen ersten Eindruck vom Gewässer.

Will Norbert es ganz genau wissen, dann müssen er und seine Mitarbeiter sich mehr Arbeit machen und das ganze Gewässer zur Paarungszeit im Frühjahr mit einem Krötenzaun absperren. Vor dem Krötenzaun werden Eimer in die Erde gegraben. Wenn die Amphibien bei ihrer Wanderung zum Wasser auf der Suche nach einem Durchschlupf am Zaun entlang laufen, plumpsen sie irgendwann in einen der Eimer. Am Morgen muss der Biologe die Tiere dann nur noch aus den Eimern sammeln und zählen.

Jedes seltene Tier, das Norbert entdeckt, trägt er mit dem genauen Fundort in eine Karte ein. Das nennt man "kartieren". Wenn die Fundorte bekannt sind, kann man die Tiere besser schützen - zum Beispiel, indem dort zusätzliche flache Teiche angelegt werden.

Norberts Leidenschaft für Laich

Als kleiner Junge wusste Norbert schon, dass er Tierforscher werden will. (Foto: Sixta Görtz)
Norbert auf dem Steg
Lebensraum für seltene Krötenarten: Eine alte Kiesgrube. (Foto: Fice vcc-by-sa 3.0)
Kiesgrube mit Wassertümpeln

Krötenlaich und Kaulquappen sind Norberts Leidenschaft. "Ich war schon als Kind ein Nerd", sagt der Mann mit Kopftuch und Rastalocken. Während seine Kumpels Comics lasen, machte sich Norbert über Naturkunde-Bücher her. Schon in der Grundschule wusste er, dass er später Biologie studieren will.

Statt Hamster oder Meerschweinchen hält er sich zu Hause seltene Kröten, Molche und Unken. Dafür hat er in seinem Garten zwei Mini-Teiche gebaut. Die haben sogar Glasscheiben, damit er die Tiere unter Wasser beobachten kann. Seltene Kröten im eigenen Garten - ist das nicht verboten? Klar - in Deutschland stehen alle Amphibien unter Schutz. Norbert darf das trotzdem. Er hat eine Sondergenehmigung, damit er die Tiere besser erforschen kann.

Würde er als Biologe lieber Raubkatzen in Afrika untersuchen oder Wale in den Weltmeeren? "Nein", sagt Norbert, "das wäre mir zu weit weg". Ihn interessieren die Wildtiere vor seiner Haustür. Sein ganzes Leben lang ist er durch die Natur gestreift. Heute macht er das immer noch - hauptberuflich.

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