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Lexikon

Besondere Tierkinder


(Foto: Samuel Blanc cc-by-sa 3.0)
Weddellrobbenbaby im Eis

Manche Tiere haben eine sehr aufregende Kindheit: Weddellrobben werden am kältesten Ort der Welt geboren. Gnus legen mit ihren Eltern kilometerweite Wanderungen zurück, wenn sie gerade erst auf eigenen Beinen stehen können. Und kleine Schellenten müssen an ihrem ersten Lebenstag furchtlos in die Tiefe springen.

Geboren am kältesten Ort der Welt: Weddellrobben

Dieses Jungtier sonnt sich am Strand der Antarktischen "Deception-Insel". Selbst im Hochsommer im Januar erreichen die Temperaturen dort gerade mal den Gefrierpunkt. (Foto: Jerzy Strzelecki cc-by 3.0)
Jungtier der Weddellrobbe

Weddellrobben überwintern bei Minus 60 Grad auf dem Meereis der Antarktis. Sie sind die einzigen Säugetiere, die im Winter nicht nordwärts in wärmere Gegenden wandern. Weddellrobben sind nämlich richtig gute Taucher: Sie können eine Stunde lang die Luft anhalten und 600 Meter tief tauchen. So finden sie auch im Winter unter dickem Packeis noch Nahrung im Meer. Und weil es ihnen hier so gut geht, bringen sie auch ihre Jungen auf dem Packeis zur Welt. Die Zeit der Robbenbabys beginnt im September. Dann kommt in der Antarktis der Frühling - aber mit Minus 30°C ist es immernoch saukalt. Sechs Wochen lang werden die Jungen von ihrer Mutter gesäugt. Danach verlässt sie sie und die Kleinen müssen alleine klar kommen.

3000 Kilometer zu Fuß: Kindheit bei Familie Gnu

Erfolgreiche Überlebenskünstler: Rund 1,3 Millionen Gnus durchwandern jedes Jahr die Serengeti in West-Afrika. (Foto: gemeinfrei)
Ausgewachsenes Gnu
Die Wanderung der Gnus ist voller Gefahren: Am Wegesrand lauern Raubkatzen und in den Flüssen Krokodile. (Foto: Foto: Eric Inafuko cc-by 2.0)
Gnus durchqueren einen Fluss

Durch die riesige Serengeti im Westen Afrikas wandern jedes Jahr Millionen Gnus. Insgesamt legen sie dabei mehr als 3000 Kilometer zurück - und ihre Jungen müssen mit.

Die kleinen Gnus werden im Februar im Süden der Serengeti geboren - alle innerhalb von gut zwei Wochen. Wenn dort Ende März die Regenzeit einsetzt, starten die Gnus zu ihrer Wanderung. Dann sind die Jungtiere erst wenige Wochen alt. Doch die Wanderung ist für die Gnus keine Freizeitbeschäftigung, sondern lebenswichtig: Sie sind auf der Suche nach Nahrung. Durch den Regen wächst jetzt frisches, nährstoffreiches Gras, das die Tiere abweiden und dabei immer weiter nordwärts wandern.

In den riesigen Herden sind die Jungtiere zwar geschützt, aber nicht alle überleben die Wanderung. Überall lauern Raubkatzen, Hyänen und Wildhunde am Wegesrand, die es vor allem auf die Schwächsten abgesehen haben. Jetzt zeigt sich, warum im Februar alle Jungtiere ungefähr zu selben Zeit geboren werden: Die schiere Masse sorgt dafür, dass trotz zahlreicher Raubtiere immer genügend Nachwuchs überlebt, um die Art zu erhalten. 

Mutiger Sprung in die Tiefe: Schellenten

Eine Schellente schaut aus ihrer Baumhöhle. (Foto: Franz Christoph Robellier / mauritius images)
Schellente schaut aus Baumhöhle
Nach dem Sprung in die Tiefe machen die Küken ihren ersten Ausflug auf dem Wasser. (Foto: had Teer cc-by 2.0)
Schellentenpaar mit Küken auf Wasser

Wenn ein Schellenten-Küken das Licht der Welt erblickt, dann bleiben ihm nur wenige Stunden, um genug Mut für den wichtigsten Schritt seines Lebens zu sammeln - den Schritt in den Abgrund. Denn Schellenten brüten in Baumhöhlen - acht bis zehn Meter über dem Erdboden.

Schellentenweibchen legen ihre Eier in den alten Baumhöhlen von Schwarzspechten ab. Nach einem Monat schlüpfen die Küken. Doch im Nest herumhocken und faulenzen gibt es bei Familie Schellente nicht. Kaum ist das letzte Küken geschlüpft und sein Federkleid getrocknet, flattert die Mutter aus dem Loch der Nisthöhle. Vom Boden aus ruft sie ihre Küken. Und die müssen nun - kaum ein paar Stunden alt - schon zum ersten Mal todesmutig sein. Eines nach dem Anderen stürzt sich zehn Meter in die Tiefe und landet unsanft auf dem Boden. Wenn die ganze Schar beisammen ist, führt die Mutter sie zum nächsten Gewässer.

 

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(Foto: gemeinfrei)
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