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Lexikon

Raubtiere in Deutschland


(Foto: gemeinfrei)
Zwei Wölfe im Portrait

Raubtiere in Deutschland? Uuahh, da sträuben sich einem gleich die Nackenhaare. Aber keine Angst: Unsere heimischen Raubtiere leben meist sehr versteckt und sind für Menschen ungefährlich. Aber schauen wir mal genauer hin:

Was sind überhaupt Raubtiere?

Rotfüchse gehören zu den Raubtieren. Sie sind Allesfresser, die das fressen, was sie am leichtesten erbeuten können. (Foto: Malene cc-by-2.5)
Fuchs in einer Wiese
Das Mauswiesel ist ein Marder und das kleinste räuberische Säugetier der Welt. Es macht Jagd auf Mäuse und folgt ihnen sogar in ihre Gänge hinein. (Foto: Kevin Law cc-by-sa 3.0)
Mauswiesel auf einem Stein

Zoologisch betrachtet sind Raubtiere eine Ordnung der Säugetiere. Die Ordnung heißt "Carnivora", was lateinisch ist und sich aus den Begriffen "carnis" (Fleisch) und "vorare" (verschlingen) zusammensetzt. Zu ihnen gehören unsere beiden heimischen Katzenarten Luchs und Wildkatze, die Wölfe natürlich, aber auch Füchse, Marder und Waschbären. Auch Meeressäuger wie Robben und Seelöwen sind "Carnivoren". Nicht alle ernähren sich immer nur von Fleisch. Dachse und Braunbären zum Beispiel sind Allesfresser und mögen sogar lieber Kräuter, Beeren und Pilze.

Wenn du ein bisschen überlegst, fallen dir bestimmt noch mehr "Raubtiere" ein, die andere Tiere jagen und fressen, aber eben keine Säugetiere sind. Greifvögel und Eulen zum Beispiel, Schlangen, Eidechsen und Spinnen fressen ebenfalls andere Tiere, gehören aber nicht zu den "Carnivoren".

Gemeinsame Merkmale der Raubtiere

Der europäische Iltis oder Waldiltis ist ein Marder. (Foto: cc-by-sa Malene Thyssen)
Iltis

Obwohl die Raubtiere sehr unterschiedlich aussehen können, haben sie gemeinsame Merkmale, die ihnen bei der Jagd auf ihre Beutetiere helfen.

Raubtiere haben Krallen und ein kräftiges Gebiss, mit dem sie ihre Beute festhalten und töten können. Die Augen der Raubtiere sind nach vorne gerichtet, damit sie ihre Beute gut im Blick haben. Ihre Sinne sind besonders gut ausgeprägt. Manche Arten können besonders gut hören, andere sehen sehr gut oder ihr Geruchssinn ist besonders gut. Raubtiere sind kräftig und muskulös, damit sie ihre Beute verfolgen oder aus einem Versteck heraus anspringen können.

Das Gleichgewicht in der Natur

Feldmäuse stehen bei vielen Tieren auf dem Speiseplan.(Foto: Dieter TD cc-by-sa 3.0)
Feldmaus im Gras
Auch Kaninchen können mehrmals im Jahr Junge bekommen. Zu ihren Fressfeinden gehören Marder, Füchse, Eulen und Greifvögel. ( Foto: Huber / pixelio.de)
Kaninchen im Gras
Ein Wolf. (Foto: Jürgen Boris / Nabu)
Ein Wolf in offener Landschaft

Raubtiere fressen Pflanzenfresser. Dadurch sorgen sie für ein natürliches Gleichgewicht.

Weil sie vor allem schwache, alte und kranke Tiere jagen, bleibt das Wild im Wald gesund und Krankheiten breiten sich nicht so leicht aus.

Gäbe es keine Raubtiere, würden sich die Pflanzenfresser stark vermehren und zu viele junge Pflanzen fressen, so dass diese nicht mehr groß werden könnten. Feldmäuse zum Beispiel vermehren sich rasend schnell und könnten auf Wiesen und Feldern rasch zur Plage werden - wären da nicht Füchse, Marder, Eulen und Greifvögel. Die fressen die kleinen Nager und erhalten damit das Gleichgewicht zwischen Feldmäusen und Pflanzen.

Was passiert, wenn Raubtiere fehlen, kann man hier bei uns ganz gut beobachten: Jahrhundertelang waren die großen Raubtiere wie Wolf, Luchs und Bär in Deutschland verschwunden. Seitdem müssen Jäger jedes Jahr eine bestimmte Menge an Rehen, Hirschen und anderem Wild abschießen, damit im Wald noch genügend junge Bäumchen groß werden können. Zwar gibt es heute bei uns wieder Luchse und Wölfe, aber bis jetzt sind es noch zu wenige.

Braunbär, Luchs und Wolf in Deutschland

Ein europäischer Braunbär im Zoo. (Foto: gemeinfrei)
Europäischer Braunbär
Knapp 140 Luchse sind in Deutschland heimisch. (Foto: Bernhard Landgraf)
Luchs im Portrait
Diese Wolfswelpen wurden heimlich von einer Wildkamera fotografiert. (Foto: Wildbiologisches Büro Lupus)
Junge Wölfe; Foto einer Wildkamera

Viele Jahre lang galten die drei großen Raubtiere, die früher in Deutschland heimisch waren, hier als ausgerottet. Für die Braunbären gilt das auch immer noch.

Luchse und Wölfe dagegen sind heute wieder in Deutschland zu Hause. Luchse wurden in einigen Mittelgebirgen angesiedelt, während Wölfe ganz von alleine aus unserem Nachbarland Polen zu uns einwanderten. Seitdem vermehren sich beide Raubtiere wieder langsam, aber stetig. Knapp 140 Luchse gibt es inzwischen bei uns sowie 105 Wolfsrudel, 25 Wolfspaare und 13 einzelne Wölfe. Ein Wolfsrudel ist die Familie des Wolfes. Es besteht aus sechs bis 10 Tieren.

Müssen wir uns vor Wölfen und Luchsen fürchten?

Nein. Luchse sind sehr scheu und verkriechen sich möglichst tief im Wald. Sie haben sehr gute Ohren und hören dich schon von weitem. Da bleibt ihnen genug Zeit, dir aus dem Weg zu gehen.

Wölfe sind ebenfalls nicht sonderlich scharf darauf, einen Menschen zu treffen. Weil ihre Beutetiere nachtaktiv sind, sind auch Wölfe vor allem nachts unterwegs. Sollte es doch einmal passieren, dass du einen Wolf triffst, dann bleib einfach stehen und warte ab. Er wird sich ganz von selbst zurückziehen. Anfassen oder füttern darfst du ihn jedoch nie, denn er ist und bleibt ein Wildtier.

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(Foto: Jürgen Schiersmann / BUND Bayern)
Zwei junge Luchse im Wald

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Luchse in Deutschland

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