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Lexikon

Auf dem Land


Deutschlands Landschaften sind fast überall von Landwirtschaft geprägt. Daran haben sich viele verschiedene Wildtiere angepasst. Für sie sind Felder, Wiesen und Weiden ein wichtiger Lebensraum. Landwirtinnen und Landwirte haben deshalb eine große Verantwortung für die Artenvielfalt in Deutschland.

Landwirtschaft prägt unsere Landschaft

Getreidefelder im Frühsommer. (Foto: gemeinfrei)
Feldweg zwischen grünen Getreidefeldern.
Getreideernte. (Foto: gemeinfrei)
Mähdrescher auf großem Getreidefeld.
Hügelige Kulturlandschaft in Deutschland. (Foto: Andreas Praefcke cc-by)
Landschaft mit Wiesen, Wäldchen und Häusern.

Mehr als die Hälfte der Fläche von Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Felder, Wiesen und Weiden prägen die Landschaft. Im Frühling leuchtet der Raps, im Sommer stehen Getreide und Mais reif auf dem Acker. Eine solche Landschaft nennt man auch "Kulturlandschaft".

Viele verschiedene Wildtier-Arten haben sich an die Kulturlandschaft angepasst. Denk nur mal an Feldhase, Feldlerche und Feldhamster, die das "Feld" schon im Namen tragen. Dazu kommen Rehe, die auf den Feldern auf Futtersuche gehen, Füchse, Marder und Greifvögel, die nach Kleintieren jagen, Mäuse, Kaninchen  und Maulwürfe, die sich unter den Wiesen durchbuddeln und viele Insekten- und Vogelarten, die den Boden und die Luft darüber bevölkern. All diese Arten und noch viele mehr sind darauf angewiesen, dass die Menschen Landwirtschaft betreiben. Aus diesem Grund haben Landwirtinnen und Landwirte eine große Verantwortung für die Natur und die Artenvielfalt. 

Landwirte produzieren Lebensmittel

Vom Getreide zum Brot. (Fotos: gemeinfrei)
Collage vom Getreide zum Brot
Felder nach der Ernte. (Foto: Daniel Plazanet cc-by-sa 2.5)
Felder nach der Ernte.
Kleine Felder mit Hecken und Baumreihen dazwischen gibt es nur noch selten. Die meisten Felder sind viel größer als diese beim Biobauern aus unserem Portrait. (Foto: Sixta Görtz)
Felder mit Hecken und Bäumen.
Moderne Landmaschinen wie dieser GPS-gesteuerte Traktor mit Stickstoffsensor helfen den Landwirten bei ihrer Arbeit - und können auch den Verbrauch von Dünger und Pflanzenschutzmitteln verringern. (Foto: Sixta Görtz)
Traktor mit Stickstoffsensor. Foto: Sixta Görtz

Die Hauptaufgabe der Landwirte ist es, unsere Lebensmittel zu produzieren. Wenn du morgens Brot, Käse und Eier auf dem Tisch hast, dann haben dafür viele Menschen gearbeitet - auch in der Landwirtschaft. Landwirtinnen und Landwirte verdienen ihr Geld mit dem Anbau und der Produktion von Lebensmitteln. Dabei müssen sie aber auch auf die Bedürfnisse der Wildtiere, auf die Gesundheit der Böden und die Sauberkeit der Gewässer achten. Das ist eine ganz schön anspruchsvolle Aufgabe. 

Die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Kleine Bauernhöfe mit vielen verschiedenen Tieren - so wie du es vielleicht aus Büchern kennst - gibt es fast nicht mehr. Die meisten Höfe haben sich vergrößert und "spezialisiert". Das bedeutet, dass sie entweder Tiere halten oder Ackerbau betreiben. Moderne Landmaschinen sowie Pflanzenschutz- und Düngemittel erleichtern den Landwirtinnen und Landwirten die Arbeit. Durch die Spezialisierung und den technischen Fortschritt können heute viel mehr Lebensmittel angebaut und produziert werden als früher. Dadurch sind die Lebensmittel billiger geworden - und das finden viele Menschen gut.

Doch gleichzeitig haben Forscherinnen und Forscher festgestellt, dass die Artenvielfalt auf dem Land zurück geht. Insekten und Feldvögel leiden besonders unter dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Gewässer und Böden sind von zu viel Dünger belastet. Je "intensiver" die Landwirtschaft ist - also je mehr auf der gleichen Fläche geerntet wird oder je mehr Tiere in einem einzigen Stall versorgt werden müssen - desto belastender ist das für die Natur.

Landwirtschaft und Artenvielfalt

Mähdrescher auf einem Getreidefeld. (Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de)
Mähdrescher auf einem Getreidefeld.
Zwischen den Feldern fehlen Hecken oder kleine Waldstreifen. (Foto: B. Monigoux cc-by-sa @ www.landschaft-foto.de)
Großes abgeerntetes Feld.
Klatschmohn im Getreidefeld. Die Blumen liefern Insekten besonders viele Pollen. (Foto: gemeinfrei)
Getreidefeld mit Klatschmohn.

Was kann man tun, damit ausreichend Lebensmittel für alle produziert werden können und Natur und Artenvielfalt trotzdem geschützt sind? Politikerinnen, Landwirte und Naturschützerinnen aus ganz Europa haben gemeinsam nach Lösungen gesucht. Einige Pflanzenschutzmittel wurden verboten, für andere kommt das Verbot in den nächsten Jahren. Auch beim Düngen müssen seit 2021 strengere Regeln eingehalten werden. Zugleich wird daran geforscht, wie man chemische Pflanzenschutzmittel ersetzen kann, neue Landmaschinen werden erprobt und Computerprogramme und Handy-Apps erfunden, die den Landwirten bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe helfen.

Konstantin hat für euch ganz unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe besucht und dabei gelernt: Für viele Landwirte ist der Naturschutz sehr wichtig, denn gesunde Böden und sauberes Wasser sind ja die Voraussetzung für gute Ernten. Einige von ihnen führen ihren Hof als Biohof, andere nutzen modernste Landmaschinen, die ihnen bei der Arbeit helfen.

Lerne diese landwirtschaftlichen Betriebe kennen:

Auf dem Biohof

Beim Milchbauern

Wenn der Traktor mitdenkt - beim Ackerbauern

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Mach mit beim Detektivauftrag

(Grafik: BfN)
Konstantin mit Lupe auf Feld

Löse unser Rätsel und gewinne!

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Was macht ein Biobauer anders?

Konstantin mit Fragezeichen

Von 100 Landwirten in Deutschland sind zur Zeit ungefähr acht Landwirte Biobauern. Sie betreiben "ökologische Landwirtschaft". Was bedeutet das und was unterscheidet die Biobauern von anderen Landwirten?

In der "ökologischen Landwirtschaft" sollen Naturschutz und Landwirtschaft miteinander im Einklang stehen. Dazu muss ein Biobauer bestimmte Regeln einhalten und vieles anders machen als ein "normaler" (man sagt auch: "konventioneller") Landwirt:

+ Biobauern nutzen keine chemischen Mittel zur Bekämpfung von Unkraut oder Insekten, sondern versuchen mit natürlichen Mitteln, schädliche Insekten und Wildkräuter los zu werden. Das bedeutet allerdings auch mehr Arbeit und mehr Zeit.

+ Biobauern versuchen, möglichst viele robuste Pflanzensorten anzubauen, weil diese weniger Düngung brauchen und von bestimmten Insekten nicht so stark angegriffen werden.

+ Die Tiere auf dem Biohof müssen so gehalten werden, dass sie ausreichend Platz und Auslauf haben. Sie dürfen nur Futter bekommen, das auf dem Hof angebaut wurde. Der Mist aus den Ställen dient wiederum als Dünger für die Äcker. So entsteht auf dem Biohof im Idealfall ein Kreislauf. 

+ Weil die Menschen auf einem Biohof mehr Zeit für ihre Arbeit benötigen, aber weniger ernten und weniger Tiere halten können, sind Biolebensmittel teurer.   

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(Foto: Sixta Görtz)
Kuh auf Gut Karpenhaus.

Geh mit Konstantin auf Besuch:

Zum Biobauern.

Beim Milchbauern.

Zum Ackerbauern.

Wetten, dass du einer Landschaft ansehen kannst, ob in ihr Artenvielfalt herrscht oder nicht? Probiere es aus:

Zu den Landschaften

Lerne Tiere der Felder und Wiesen kennen:

Zum Feldhamster.

Zur Feldlerche

Zum Feldhasen