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Lexikon

Spinnen

Geschickte Jäger auf acht Beinen

Gartenkreuzspinne. (Foto: Sixta Görtz)
Gartenkreuzspinne im Netz

Acht behaarte Beine, kräftige Mundwerkzeuge und viele Augen - Spinnen können echt gruselig sein. Je größer sie sind, desto größer ist auch unser Abscheu gegen diese Tiere. Dabei sind Spinnen faszinierend - und so anders als andere Tiere, dass es sich lohnt, den Ekel zu überwinden und mal genauer hinzuschauen.

Gruselig und faszinierend: Die Fähigkeiten der Spinnen

Große Winkelspinnen leben auch in unseren Häusern. (Foto: Darkone cc-by-sa 2.0)
Große Winkelspinne in ihrem Netz

Webspinnen können einen Faden spinnen, der 20mal dünner ist als ein menschliches Haar, aber extrem reißfest. Wenn sie noch winzig klein sind, lassen sie sich vom Wind viele Kilometer über den Erdball tragen, um irgendwo ein neues Leben zu beginnen. Sie tragen eine tödliche Waffe mit sich herum und ihre Spucke ist so aggressiv, dass ein einziger Tropfen davon ihre Beute in Brei verwandelt.

Spinnen können große Hitze und eisige Kälte aushalten, sie leben im Hochgebirge und in der Wüste - und eine schafft es sogar, ihr ganzes Leben unter Wasser zu verbringen und trotzdem Luft zu atmen. Spinnen sind unglaublich erfolgreich: Es gibt sie schon seit 500 Millionen Jahren.

Lauernde Jäger mit tödlicher Waffe

Die Trichterspinne lauert in ihrer Wohnhöhle auf Beute, die sich im Netz verfängt. (Foto: Elfo del bosque GDFL)
Trichterspinne in ihrer Wohnhöhle
Die Trichterspinne hat eine Fliege überwältigt. (Foto: Friedrich Böhringer cc-by-sa 2.5)
Trichterspinne mit Fliege
Morgens, wenn Wiesen und Hecken feucht vom Tau sind, kann man Spinnennetze gut erkennen. Das Netz der Gartenkreuzspinne erinnert an ein Wagenrad. (Foto: gemeinfrei)
Spinnennetze in einer Wiese
Diese Gartenkreuzspinne hatte Jagdglück: Sie hat ihre Beute mit Spinnenfäden umwickelt. (Foto: Sixta Görtz)
Gartenkreuzspinne mit eingewickelter Beute
Gut getarnt: Die Krabbenspinne hat die gelbe Farbe der Löwenzahnblüte angenommen und eine Wespe erbeutet. (Foto: Olaf Leillinger cc-by-sa 3.0)
Gelbe Krabbenspinne mit Wespe auf Löwenzahnblüte

Spinnen sind Raubtiere. Mit unterschiedlichen Tricks machen sie Jagd auf Insekten. Viele Spinnen - aber nicht alle - weben feine Netze, in denen sich die Beute verfängt. Die Formen der Netze sind ganz unterschiedlich und damit auch die Jagdmethoden.

Trichterspinnen

Trichterspinnen weben ein dichtes Netz, das wie ein Trichter geformt ist. Im Inneren des Trichters lauert die Spinne in ihrer Wohnhöhle auf Beute. Verheddert sich ein Insekt im Netz, spürt die Spinne die Erschütterungen und eilt zu ihrer Beute. Mit einem Biss tötet sie das Insekt und schleppt es in das Innere ihrer Höhle, um es dort zu fressen. Insgesamt gibt es auf der Erde rund 500 verschiedene Spinnenarten, die auf diese Art jagen. Zu ihnen gehört die Große Winkelspinne, die auch in unseren Häusern lebt.

Radnetzspinnen

2800 Arten von Radnetzspinnen gibt es weltweit. Eine von ihnen ist die bei uns heimische Gartenkreuzspinne. Innerhalb weniger Stunden kann sie riesige Netze weben, deren perfekt symmetrische Form an ein Wagenrad erinnert. Wenn sich ein Insekt im Netz verfängt, verliert die Spinne keine Zeit: Sie packt das Insekt mit ihren Vorderbeinen und dreht es wie einen Kreisel. Dabei umwickelt sie es mit Spinnfäden. Sobald die Beute gut verpackt ist, betäubt sie sie mit ihrem Gift. Und dann macht sie Suppe daraus: Ein einziger Tropfen ihrer ätzenden Spucke reicht, um das ganze Insekt in einen flüssigen Brei zu verwandeln, den sie einfach aufschlürft.

Krabbenspinnen

Auch ohne Netz sind Spinnen erfolgreiche Jäger. Die Krabbenspinnen zum Beispiel bauen keine Fangnetze, sondern lauern in Blumenblüten auf Insekten. Ein besonders cleverer Räuber ist die Veränderliche Krabbenspinne: Wie ein Chamäleon kann sie ihre Farbe der Farbe der Blüte anpassen. Dort wartet sie reglos ab, bis ein Insekt zur Bestäubung vorbei kommt. Landet es auf der Blüte, packt sie es und tötet es mit einem Biss.

Das vielfältige Familienleben der Spinnen

Die kleinen Gartenkreuzspinnen schlüpfen im Frühjahr, sind aber erst ein Jahr später erwachsen. Sie gehören zu den wenigen Spinnenarten, die zweimal überwintern. (Foto: Andre Karwath cc-by-sa 3.0)
Junge Gartenkreuzspinnen
Diese Wolfsspinne trägt ihren Nachwuchs spazieren. So kann sie ihn am besten verteidigen. (Foto: gemeinfrei)
Wolfsspinne mit Jungtieren auf dem Hinterleib.

So verschieden wie die Jagdmethoden der Spinnen ist auch ihre Brutpflege. Meistens spinnen die weiblichen Tiere eine feste Kugel aus Spinnenseide, die man Kokon nennt. Dort hinein legen sie hunderte Eier. Während des Winters stirbt das Weibchen, aber die kleinen Spinnchen wachsen im Ei heran, geschützt vor Kälte und Feinden. Im Frühjahr, wenn es wieder warm wird, schlüpfen sie und lassen sich vom Wind forttragen.

Fürsorgliche Wolfsspinnen

Andere Spinnen, wie zum Beispiel die Wolfsspinne, kümmern sich persönlich um ihren Nachwuchs. Wolfsspinnen heften sich den Kokon mit den Eiern an ihren Hinterleib. Wenn die Kleinen schlüpfen, krallen sie sich an ihrer Mutter fest. Die trägt dann tagelang Hunderte von Minispinnen spazieren, die in mehreren Schichten übereinander auf ihr festhängen. Nach einer guten Woche ist der Spuk vorbei und die kleinen Spinnen sind selbstständig.

Vielfalt im Spinnenreich: 100.000 Spinnentiere weltweit

(Foto: gemeinfrei)
Bunte Spinne
Auch Weberknechte gehören zu den Spinnentieren. (Foto: gemeinfrei)
Weberknecht auf Blatt
Skorpione sind Spinnentiere. (Foto: gemeinfrei)
Schwarzer Skorpion

Die Webspinnen sind die Gruppe der Spinnentiere mit den meisten Arten: Mehr als 45.000 verschiedene gibt es auf der Erde. Obwohol ihre Jagdmethoden und ihre Brutpflege ganz unterschiedlich sind, sind sie doch alle in der Lage, einen Faden zu spinnen. Der Spinnfaden entsteht aus einer Flüssigkeit, die die Webspinnen in ihren Spinnwarzen im Hinterleib tragen. Sobald diese Flüssigkeit an die Luft geschossen wird, wird sie zum reißfesten Faden. Mit dem weben die Tiere Wohnhöhlen, Fangnetze, Vorratskammern und Kinderzimmer.

Auch Skorpione sind Spinnen

Zu den Spinnentieren gehören aber nicht nur die Webspinnen, sondern auch Weberknechte, Milben, Zecken und Skorpione. Sie haben keine Spinnwarzen und können deshalb auch keine Netze weben. Im Unterschied zu den Insekten, die nur sechs Beine haben, haben alle Spinnentiere acht Beine. Die meisten ernähren sich räuberisch. Insgesamt umfasst die Klasse der Spinnentiere bis zu 100.000 verschiedene Arten.

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Steckbrief Spinnen

(Foto: gemeinfrei)
Gelbe Spinne auf Holzbrett

Klasse:
Spinnentiere

Ordnung:
Webspinnen

Unterordnungen:
Gliederspinnen, Vogelspinnenartige, Echte Webspinnen (mehr als 45.000 Arten)

Verbreitung:
Weltweit

Lebensraum:
Flachland, Hochgebirge, Wüsten, Höhlen, tropischer Regenwald. Zum Teil Kulturfolger.

Größe:
0,4 Millimeter (Patu digua) bis 30 Zentimeter (Goliath-Vogelspinne)

Nahrung:
Vor allem Insekten

Feinde:
Vögel, Amphibien, Reptilien, Fledermäuse, manche Wespenarten

Wissenschaftlicher Name:
Araneae

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(Foto: Ben Swihart cc-by 2.0)
Schwarze Witwe

Gefährliche Spinnen - ein bisschen was zum gruseln:

Zu den Giftspinnen

Die einzige Spinnenart, die unter Wasser lebt, ist die Wasserspinne. Wie sie es schafft, trotzdem Luft zu atmen, erfährst du hier:

Zur Wasserspinne

Die Springspinne ist ein ganz schön todesmutiges Tier:

Zur Springspinne.

Igitt, Vogelspinnen! Hier erfährst du mehr über die faszinierenden Achtbeiner:

Zur Vogelspinne

Spinnen, die ihre Farbe ändern? Lies hier mehr:

Zu den Krabbenspinnen

Tolle Tiere!

(Foto: Kevin)
Gartenkreuzspinne auf Kinderhand

Die meisten Spinnen sind harmlos - auch die bei uns häufige Gartenkreuzspinne. Kevin (6) hat uns ein Foto geschickt, auf dem eine Gartenkreuzspinne auf seiner Hand sitzt. Danke, Kevin!