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Lexikon

Wolfsmilchschwärmer


(Foto:W.Schön /BUND)
Wolfsmilchschwärmer auf Totholz

Wo es trocken und karg ist, fühlt er sich wohl: Der Wolfsmilchschwärmer. Denn an solchen Stellen wächst die Zypressenwolfsmilch, das Leibgericht seiner Raupen. Weil trockene und karge Standorte bei uns immer seltener werden, hat der Wolfsmilchschwärmer neuerdings Probleme.

Fetter Brummer am Abendhimmel

Der Wolfsmilchschwärmer schwärmt für Zypressenwolfsmilch. (Foto: Rene Schmidt cc-by-sa 4.0)
Wolfsmilchschwärmer an Zypressenwolfsmilch

Seine Form erinnert an einen Düsenjet: Dreieckig, mit breiten kurzen Flügeln und dickem Rumpf. Mit satten acht Zentimetern Flügelspannweite gehört der Wolfsmilchschwärmer zu den großen Schmetterlingen bei uns. Seine breiten Flügel schaffen es so gut, den großen Körper in der Luft zu halten, dass der Nachtfalter sogar mit den Kolibris verglichen wird - den schillernden Flugkünstlern aus den Tropen. Genau wie sie schwebt der Wolfsmilchschwärmer nämlich mit ultraschnellen Flügelschlägen vor den Blüten und saugt mit seinem Rüssel den Nektar heraus.

Schmetterling des Jahres 2014

Zypressenwolfsmilch, die Leibspeise der Raupen des Wolfsmilchschwärmers. (Foto: gemeinfrei)
Zypressen-Wolfsmilch in Blüte.

Im Jahr 2014 war der Wolfsmilchschwärmer Schmetterling des Jahres. Warum? Weil er selten geworden ist. Das liegt aber nicht daran, dass er besonders viele Feinde hätte, sondern daran, dass sein Nachwuchs nichts mehr zu futtern findet. Die Raupen sind nämlich verwöhnt: Sie mögen nur eine einzige Pflanzenart - die "Zypressen-Wolfsmilch". Die wächst an trockenen und kargen Standorten und kann es überhaupt nicht vertragen, wenn sie gedüngt wird. Das Dumme ist nur: Der Dünger von den Feldern wird mit dem Regen auch zur Wolfsmilch gespült. So sind die Pflanzen verschwunden - und mit ihnen auch die Schwärmer.

Giftzwerge in Signalfarben

Raupen des Wolfsmilchschwärmers. (Foto: Andreas Eichner cc-by-sa 3.0)
Wolfsmilchschwärmerraupen
(Foto: Schön / BUND)

Dabei haben die Wolfsmilchschwärmer scheinbar den perfekten Trick gefunden, um ihre Feinde abzuschrecken. Die Raupen sind nämlich echte kleine Giftzwerge und deshalb gegen Feinde bestens geschützt. Zypressen-Wolfsmilch ist für die allermeisten Tiere tödlich giftig. Nicht für den Wolfsmilchschwärmer. Seine Raupen schlagen sich den ganzen Tag den Bauch voll und werden davon selbst zum Giftcocktail. Zur Warnung sind sie in Signalfarben gekleidet, und die sagen ganz deutlich: "Hände weg - ich bin gefährlich!" Ein Vogel, der etwas auf sich hält, rührt die Raupen nicht an.

Soweit der Plan. In der Praxis nützt er leider nichts mehr, weil vielerorts die Grund-Voraussetzung fehlt - die Zypressen-Wolfsmilch.

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Steckbrief Wolfsmilchschwärmer

(Foto: R. Altenkamp cc-by-sa 3.0)
Raupe des Wolfsmilchschwärmers auf Halm

Familie:
Schwärmer

Verbreitung:
Von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis China

Lebensraum:
Trockene, karge Landschaften, wie Trockenrasen, Kiesgruben, sonnige Hänge.

Flugzeit:
Mit Beginn der Dämmerung, von Mitte Mai bis Juli, in sehr warmen Gegenden auch eine zweite Generation von August bis Mitte September.

Größe:
Bis 8 cm Flügelspannweite.

Nahrung:
Wolfsmilchgewächse, vor allem Zypressenwolfsmilch

Raupenzeit:
Juli bis September

Wissenschaftlicher Name:
Hyles euphorbiae