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Lexikon

Schwarzblauer Ölkäfer


Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020. (Foto: Bellmann, Hecker / BfN)
Schwarzblauer Ölkäfer

Der Schwarzblaue Ölkäfer hat es in sich: Nicht nur, dass er unter seinem Panzer ein tödliches Gift versteckt - auch seine Lebensweise ist höchst ungewöhnlich.


Der Schwarzblaue Ölkäfer ist für seine Fressfeinde ein tödlicher Leckerbissen. (Foto: Sixta Görtz)
Schwarzblauer Ölkäfer zwischen lockeren Grashalmen
Die Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers können auf einen Schlag bis zu 9500 Eier legen. (Foto: ArtMechanic cc-by-sa-3.0)
Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers
In Heidelandschaften wie diesen lebt der Schwarzblaue Ölkäfer. (Foto: gemeinfrei)
Heidelandschaft in der Senne

Der Schwarzblaue Ölkäfer ist ein echter Giftzwerg. In Ägypten zur Zeit der Pyramiden wurde das Käfergift zur Heilung vieler Krankheiten eingesetzt und bei den alten Griechen musste er für Hinrichtungen herhalten. Sogar Giftmorde wurden mit ihm verübt. Aber keine Angst: Damit das Gift wirken kann, müsstest du den Käfer schon verspeisen. Für seine Fressfeinde und die seiner Larven ist er jedoch ein tödlicher Leckerbissen.

Pflegeeltern Wildbienen

Doch nicht nur das - der Käfer fällt auch durch eine ungewöhnliche Lebensweise auf: Er lässt seine Larven von Wildbienen adoptieren. Das funktioniert so: Wenn die Larven geschlüpft sind, klettern sie auf Blüten, die von Wildbienen gerne angeflogen werden. Sobald eine Biene kommt, um Pollen zu sammeln, heftet sich die Larve an ihr fest. Die Bienen transportieren die Käferlarven in ihr Erdnest, wo sich der kleine Schmarotzer an Pollen und Bienenlarven satt frisst. Irgendwann verpuppt er sich und schlüpft im nächsten Frühjahr als Käfer aus dem Bienennest.

Rote Liste

Lebensraum des Käfers sind sandige Landschaften wie Heidegebiete, Trockenrasen und Streuobstwiesen. Doch weil es diese nicht häufig gibt, ist auch der Käfer selten geworden - obwohl ein einziges Weibchen fünf- bis sechsmal hintereinander jeweils bis zu 9500 Eier legen kann. Doch gegen den Bau von Straßen und Siedlungen und gegen intensive Landwirtschaft hilft auch Vermehrung nicht. Inzwischen wird der Käfer auf der Roten Liste als "gefährdet" geführt.

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(Foto: gemeinfrei)
Zwei Marienkäfer auf Blatt

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