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Lexikon

Nationalparks und Co.


Alpenstrandläufer im Nationalpark Wattenmeer auf der Nordsee-Insel Norderney. (Foto: Sixta Görtz)
Drei Alpenstrandläufer am Strand

Naturschutzgebiete sind wichtig, um die Artenvielfalt zu erhalten. Je größer das Schutzgebiet, desto besser gelingt das. Besonders große Schutzgebiete nennt man "Großschutzgebiete". Damit sind unter anderem Nationalparks und Biosphärenreservate gemeint.

Was ist ein Nationalpark?

Im Nationalpark Berchtesgaden in den bayrischen Alpen. (Foto: Sixta Görtz)
Blick vom Hochthron auf Nationalpark Berchtesgaden
Nach dem Regen: Regenbogen über einer Dünenlandschaft im Nationalpark Wattenmeer. (Foto: Sixta Görtz)
Regenbogen über Dünenlandschaft
Seehunde auf einer Sandbank im Nationalpark Wattenmeer. (Foto: Kathrin Wollny-Görke)
Seehunde auf einer Sandbank
Pflanzen und Tiere sollen sich im Nationalpark ungestört entfalten können. (Foto: Sixta Görtz)
Skabiosenblüte mit Schwebfliege
Ganz schön wild: Berge im Nationalpark Berchtesgaden. (Foto: Sixta Görtz)
Tal im NP Berchtesgaden
Das fünfeckige Eulenschild zeit dir: Ab hier ist das Betreten verboten. In der Ruhezone eines Nationalparks bleibt die Natur sich selbst überlassen. (Foto: Sixta Görtz)
Schild im Nationalpark Wattenmeer

Ein Nationalpark ist ein sehr großes Naturschutzgebiet in einer besonderen oder "einzigartigen" Landschaft. In einem Nationalpark gibt es nur wenige Straßen und Siedlungen. Die Natur hat dort also besonders viel Platz. In einem Teil des Nationalparks soll die Natur ganz sich selbst überlassen bleiben.

Was sind "einzigartige" Landschaften?

Das sind zum Beispiel Landschaften, die es in dieser Form sonst nirgendwo in Deutschland gibt, manche davon sogar weltweit nicht - wie zum Beispiel das Wattenmeer an der Nordseeküste. Bei Ebbe zieht sich das Meer kilometerweit zurück. Auf Sandbänken leben Seehunde und Kegelrobben, im Schlick verstecken sich unzählige Kleinlebewesen, die Dünen und Salzwiesen der Küste sind Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Insektenarten und jedes Jahr rasten zwölf Millionen Zugvögel im Nationalpark.

Nationalparks können aber auch naturnahe Landschaften schützen, die für Deutschland besonders typisch sind - wie zum Beispiel große Mischwälder, Flussläufe oder Moore und Seen.

Wie wird die Natur im Nationalpark geschützt?

In einem Nationalpark soll die Natur sich frei und ungestört entfalten können. Gleichzeitig möchten die Menschen diese Natur aber auch beobachten und erleben. Deshalb gibt es in Nationalparks unterschiedliche Schutzzonen. Am strengsten geschützt ist die sogenannte "Kernzone" oder "Ruhezone", die mehr als die Hälfte eines Nationalparks einnehmen muss. Dort wird die Natur in Ruhe gelassen. Sie darf von Menschen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt betreten werden. So können die Tiere sich zurückziehen, ungestört auf Nahrungssuche gehen und ihren Nachwuchs aufziehen.

Außerhalb der Kernzone darfst du den Nationalpark aber erkunden. Zäune gibt es im Nationalpark nicht, denn die Tiere sollen sich dort frei bewegen können. Deshalb sind die unterschiedlichen Zonen nur durch Schilder markiert - häufig durch ein fünfeckiges Eulen-Schild.

Was ist ein Biosphärenreservat?

Die abwechslungsreiche Landschaft des Biosphärenreservats "Rhön". (Foto: GerritR cc-by-sa 4.0)
Landschaft mit Wiesen, Wäldern und Dörfern in der Rhön
Das Rhönschaf wird seit Jahrhaunderten auf den Wiesen der Rhön gehalten. (Foto: Helge Busch-Paulig cc-by-sa 3.0)
Schafe auf einer Anhöhe
In der Heide- und Teichlandschaft Oberlausitz in Sachsen wurden schon seit dem Mittelalter Teiche zur Fischzucht angelegt. Sie sind heute Lebensraum für viele seltene Arten. (Foto: J.-H. Janßen cc-by-sa 4.0)
Teich mit Schilf in der Sonne
Die Rohrdommel lebt in Schilfgürteln an Gewässern. Sie ist scheu und äußerst selten und lebt an den Teichen des Oberlausitzer Biosphärenreservats.(Foto: Böhringer Friedrich cc-by-sa 3.0)
Rohrdommel zwischen Ästen am Ufer
In diesem Eichenwald werden seit Jahrhunderten Rinder gehalten. Man nennt solche Wälder "Hutewald". Sie sind ein typischer von Menschen geprägter Lebensraum. Hutewälder sind artenreich, aber heute selten.(Foto: Sixta Görtz)
Alte Eichen auf Weide

Puh, ganz schön kompliziertes Wort: Biosphärenreservat (sprich: Biosfärenreserwat). Die Bezeichnung besteht aus zwei Fremdworten und wird deshalb überall auf der Welt verstanden. Biosphärenreservate gibt es nämlich in 120 Ländern der Erde. Insgesamt sind es fast 700 Reservate, 16 davon in Deutschland.

Auch ein Biosphärenreservat ist ein Großschutzgebiet, aber neben der Natur steht auch der Mensch im Mittelpunkt, denn Teile der Landschaften, die dort geschützt werden, sind erst durch den Menschen entstanden. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Tiere und Pflanzen angepasst und bis heute sind solche Gebiete besonders artenreich. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen auch weiterhin dort wohnen und arbeiten, um diese Lebensräume zu erhalten.

Welche menschengemachten Lebensräume gibt es?

Ein von Menschen gemachter Lebensraum ist zum Beispiel die Heide. Seit Jahrhunderten werden dort Schafe gehalten, die die jungen Triebe der Büsche und Bäume immer wieder abknabbern. Würden sie damit aufhören, entstünde in kurzer Zeit wieder Wald.

Auch Wiesen mit alten Obstbäumen - sogenannte "Streuobstwiesen" - sind menschengemachte Lebensräume, die sogar besonders artenreich sind. Auf den Wiesen wachsen Blumen und Kräuter, zwischen denen Inseken unterwegs sind. Die alten Obstbäume bieten Vögeln, Fledermäusen, Siebenschläfern und vielen anderen Tieren Nahrung und Lebensraum.

Lies hier mehr über die Heide

Und hier erfährst du alles über den Lebensraum Wiese!

Was ist der Unterschied zum Nationalpark?

Biosphärenreservate sind häufig größer als ein Nationalpark und umfassen vielfältige und abwechslungsreiche Landschaften. Naturnahe Landschaften und solche, die von Menschen geprägt wurden, liegen dicht beieinander. Auch Dörfer und Städte gehören dazu. Manchmal befindet sich innerhalb eines Biosphärenreservats auch ein Nationalpark. Im Biosphärenreservat werden die Menschen darin unterstützt, die biologische Vielfalt ihrer Heimat zu erhalten und weiterzuentwickeln.

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Hörlexikon: 10 Dinge über...

(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin mit Kopfhörern

Großschutzgebiete.

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UNESCO: Naturschutz international

(Mouagip@wikipedia.de) Flagge der UNESCO
Flagge der UNESCO

Die UNESCO ist eine weltweite Organisation, die sich dafür einsetzt, dass besondere Kultur- und Naturlandschaften geschützt werden, um sie für die Menschheit zu erhalten. Sie gibt Kriterien vor, die eine Landschaft erfüllen muss, um als Nationalpark oder Biosphärenreservat anerkannt zu werden.

Die UNESCO wurde am 16. November 1945 gegründet und hat ihren Sitz in Paris. Neben der Erhaltung der Kultur und Natur hat die UNESCO noch weitere Aufgaben. Dazu gehören zum Beispiel die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

Eine besondere Würdigung weltweit bedeutsamer Naturgebiete ist die Ernennung zum "Weltnaturerbe". Auf der ganzen Welt gibt es UNESCO-Weltnaturerbestätten. In Deutschland gehören zum Beispiel der Nationalpark Wattenmeer und die naturnahen Buchenwälder in den Mittelgebirgen und an der Ostseeküste dazu.