Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Plastikmüll im Meer


(Foto: Marine Debris Program / Public Domain)
Krabbe auf Netz am Meeresgrund

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch inzwischen ist der Plastikmüll weltweit zu einem riesigen Problem geworden. In den Meeren schwimmt so viel davon, dass er den Lebensraum Ozean bedroht.

Plastik: Beliebt, aber tückisch

Bunt, leicht und lange haltbar: Plastik ist beliebt. (Foto: gemeinfrei)
Bunte Plastikbälle
Wenn Plastik in der Umwelt landet, wird es zum Problem.(Foto: gemeinfrei)
Leere Wasserflasche am Strand

Plastik ist praktisch, denn es ist stabil, leicht und billig. Mit Plastik können wir unsere Lebensmittel verpacken, Spielzeug daraus machen und alle möglichen Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Doch Plastik hat einen riesigen Nachteil: Es verrottet nicht. Selbst, wenn ein Plastikteil kaputt geht und mit der Zeit in immer kleinere Teile zerfällt - so klein, dass du sie mit bloßem Auge nicht mehr sehen kannst - ist es immer noch da. Und zwar für viele hundert Jahre.

Inzwischen ist aus dem ganzen Plastik, das wir bis heute hergestellt haben, ein riesiger Berg Plastikmüll geworden. Denn auch, wenn wir einen Teil des Plastiks wiederverwerten, bleibt noch eine Menge übrig. Und das findet man inzwischen überall: In der Landschaft, im Boden - aber vor allem im Meer.

Was für Plastik schwimmt im Meer und woher kommt es?

Wegen der Meeresströmungen wird auf den Midway-Inseln im Pazifik besonders viel Plastikmüll angespült. Hier befreit ein Helfer einen jungen Albatros von Plastikmüll. (Foto: Marine Debris Program / Public Domain)
Mann sammelt am Strand Plastik in der Nähe eines Albatros-Jungtieres
Rund 15 Prozent des Plastikmülls im Meer wird an den Stränden angespült. (Foto: gemeinfrei)
Plastikflasche und anderer Plastikmüll am Sandstrand
Hier haben sich Netze aus Plastik in den Holzpfählen einer Buhne an der Nordsee verfangen. (Foto: gemeinfrei)
Holzpfähle am Nordseestrand mit daran hängen gebliebenen Plastiknetzen
Netze, die im Meer treiben, werden auch "Geisternetze" genannt. Sie können für Meerestiere zur tödlichen Falle werden. (Foto: Marine Debris Program / Public Domain)
Netz am Meeresgrung; im Hintergrund schwimmt eine Robbe vorbei

Vom Land

Das meiste Plastik, das im Meer schwimmt, ist Müll vom Land. Plastiktüten, Plastikflaschen, Verpackungen, leere Feuerzeuge, kaputte Eimer oder FlipFlops - alle möglichen Plastikteile treiben in riesigen Müllstrudeln auf den Ozeanen. In vielen Ländern der Erde funktioniert die Müllentsorgung nicht richtig. Dort wird der Müll zum Teil einfach auf große Haufen gekippt. Beim nächsten Windstoß fliegt das Plastik durch die Gegend und landet in den Flüssen oder direkt im Meer. Selbst hier bei uns, wo der Müll eigentlich ordentlich entsorgt wird, landet viel Plastikmüll - aus Versehen oder absichtlich - in der Umwelt und schließlich im Meer.

Aus der Schifffahrt

Ein weiterer großer Teil des Plastikmülls kommt aus der Schifffahrt. Fischernetze, die sich losgerissen haben, leere Fischkisten und verlorene Ladung gehen über Bord und direkt ins Meer.

Mikroplastik

Und dann ist da noch das Mikroplastik: Winzige Plastikteilchen, die im Wasser umhertreiben und schließlich auf den Meeresgrund sinken. Sie entstehen, wenn größere Plastikteile mit der Zeit vom Meerwasser und vom Sonnenlicht kaputt gehen und zu immer kleineren Teilchen zerrieben werden. Mikroplastik entsteht aber auch an Land: Es wird zum Beispiel beim Autofahren von den Reifen abgerieben oder beim Waschen aus unserer Kleidung gespült. Durch unser Abwasser gelangen diese winzigen Teilchen in die Gewässer und schließlich ins Meer.

Welche Folgen hat das Plastik für die Natur?

Plastiktüten sind eine große Gefahr für die Meerestiere. (Foto: Mauritius Images)
Junge Meeresschildkröte und Plastiktüte unter Wasser
Seevögel wie dieser Basstölpel benutzen Plastikteile, um ihr Nest zu bauen. (Foto: gemeinfrei)
Basstölpel an seinem Brutplatz mit Plastiknetz

Das Plastik in unseren Meeren hat für die Natur schlimme Folgen:

Geisternetze und andere Gefahren

Größere Plastikteile - also Tüten oder Teile von Fischernetzen - sind gefährlich für die Meerestiere, die sich darin verheddern können. Kleinere Teile werden von Fischen und Vögeln mit Nahrung verwechselt. Die Vögel benutzen Plastikteile auch zum Nestbau und füttern sogar ihre Jungtiere damit.

Plastik in der Nahrungskette

Auch das Mikroplastik ist gefährlich: Es wird von winzigen Krebstierchen und anderen Kleintieren aufgenommen. Diese Lebewesen nennt man "Plankton". Über sie gelangt das Plastik in die Nahrungskette, denn viele Meeresbewohner fressen Plankton. So kann es schließlich wieder bei uns auf dem Teller landen.

Was können wir gegen Plastikmüll im Meer tun?

Das Projekt "The Ocean CleanUp" sammelt mit schwimmenden Bojen Meeresmüll auf. (Foto: The Ocean CleanUp)<7i>
Eine Reihe aus Kork, hinter der Müll schwimmt
Der Müll kommt anschließend auf dieses Schiff und wird an Land gebracht. (Foto: The Ocean CleanUp)
Schiff von The Ocean CleanUp auf dem Meer
Einkaufen ohne Plastik: Das geht prima auf dem Wochenmarkt. (Foto: gemeinfrei)
Wochenmarkt mit Gemüseständen
Beim Rhein Clean Up kann jeder mithelfen. Die Aktion findet jedes Jahr im September an mehreren Flüssen in Deutschland statt. (Foto: Rhein Clean Up)
Zwei Kinder mit Schubkarre voller Müll am Rheinufer
Müll-Sammelaktion am Rheinufer in Köln. (Foto: Jan Odenthal / Rhein Clean Up)
Leute am Rheinufer, die Müll aufsammeln

Klar: So wenig Plastik wie möglich benutzen. Aber auch das Plastik, das schon da ist, muss ja raus aus dem Meer. Dazu gibt es verschiedene Ideen:

Müll richtig beseitigen

Weltweit setzen sich Umweltschutzverbände dafür ein, dass nicht noch mehr Plastik ins Meer gelangt - zum Beispiel, indem sie andere Länder darin unterstützen, ihre Müllabfuhr zu verbessern. Forscherinnen und Forscher arbeiten an Plastik, der verrotten kann und haben Ideen entwickelt, wie sie den Müll aus den Meeren sammeln können. Die werden gerade ausprobiert. Und auch DU kannst etwas tun:

Verzichte auf Plastik!

Wirf niemals Plastik in die Landschaft - es wird höchst wahrscheinlich im Meer landen! Versuche am besten, so oft we möglich auf Plastik zu verzichten. Das kannst du so machen: Benutze zum Beispiel Einkaufstaschen statt Tüten, kaufe Obst und Gemüse unverpackt ein und Getränke in Mehrweg-Flaschen. Schaffe kein unnötiges Plastikspielzeug an und gehe achtsam mit deinen Sachen um, damit sie möglichst lange halten. Mit deinen Freunden kannst du auch Spielsachen tauschen, so dass  möglichst wenig neu gekauft werden muss.

Hilf beim Aufräumen!

In vielen Städten gibt es Organisationen, die regelmäßig an Flussufern aufräumen. Die Leute vom "Rhein Clean Up" zum Beispiel sammeln jedes Jahr im September am Rhein, an der Ruhr, an Mosel, Main, Lahn und Wiese den Müll auf, damit er gar nicht erst ins Meer gelangt. Auch an den Meeresküsten gibt es solche Initiativen. Dabei kann jeder mitmachen - und zusammen mit vielen anderen Helfern macht das Aufräumen sogar Spaß.

zurück

Dein Detektivauftrag!

(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin mit Lupe

Mach mit bei unserer Umfrage!

Zum Detektivauftrag

Plastik am Strand

Hier geht's direkt zum Film. (Bild: WDR)
Screenshot zum Film

Rund 15 Prozent des Plastikmülls aus dem Meer wird an den Stränden angespült. Reporterin Siham aus der "Sendung mit der Maus" nimmt dich mit auf die Nordseeinsel Mellum. Dort findet sie heraus, woher der ganze Strandmüll eigentlich kommt:

Zum Film aus der "Sendung mit der Maus"

Schon mal gehört?

Die Hawaii-Inseln liegen mitten im pazifischen Müllstrudel. Dort wird besonders viel Meeresmüll angespült. (Foto: Public Domain)
Müll an einem Strand auf Hawaii

Müllstrudel

Great Pacific Garbage Patch - das bedeutet "Großer Pazifischer Müllstrudel" und es ist ein riesiger Teppich aus Plastikteilen im Nordpazifik. Durch Wind und Meeresströmungen haben sich dort große Mengen Plastikmüll angesammelt, die wie in einem endlosen Karussell zwischen Nordamerika und Japan umhertreiben. Dieser Strudel ist der größte, aber nicht der einzige: Inzwischen gibt es fünf davon - rund um die Erde.

Schon mal gehört?

Hier siehst du die Schwimmroute der "friendly floaties".(Grafiki: NordNordWest cc-by-sa-3.0)
Schwimmwege der Badetierchen in den Weltmeeren

"Friendly Floaties" bedeutet so viel wie "freundliche Schwimmer". Damit sind 28.800 Badetierchen gemeint, die bei einem Schiffsunglück im Januar 1992 im Pazifik über Bord gingen. Jahrzehntelang schwammen die Tierchen unermüdlich über die Ozeane und tauchten immer mal wieder an Küsten rund um den Erdball auf - und zeigten so, wie sich der Plastikmüll in den Weltmeeren verteilt.

Weiterlesen...

(Foto: The Ocean CleanUp)
Schiff mit Sammelsystem auf dem Meer

Erfahre hier, mit welcher Erfingung ein junger Niederländer den Ozean wieder sauber machen will:

Aufräumen im Meer