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Lexikon

Klarwasserseen - Durchblick bis zum Grund


Algenwiese im Bergsee "Sieben Quellen" (Bayern). (Foto: Klaus van de Wey / lanaplan GbR)
Algenwiese unter Wasser

Hast du dich schon mal gefragt, warum du in die meisten Seen nicht richtig reingucken kannst? Das liegt daran, dass im Wasser winzige Algen herumschwimmen, die das Wasser trüben. Sie wachsen, weil die meisten Seen in Deutschland viele Nährstoffe enthalten. Nur wenn ein See wenige Nährstoffe enthält, ist sein Wasser klar. Ganz besonders klar und nährstoffarm sind die "Klarwasserseen". Dort kannst du bis auf den Grund gucken.

Warum sind Klarwasserseen in Deutschland selten?

Der Stechlinsee in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Klarwassersee. (Foto: Kebox 7 fotolia.de)
Stechlinsee

Klarwasserseen sind in Deutschland selten, weil ständig Nährstoffe aus der Landwirtschaft oder aus dem Regenwasser in die Gewässer gelangen. Aus nährstoffarmen Seen werden mit der Zeit nährstoffreiche Seen und die Tier- und Pflanzenarten, die sich an das nährstoffarme Wasser angepasst haben, werden von anderen Arten verdrängt und sterben ab. Die verbliebenen nährstoffarmen Klarwasserseen in Deutschland sind also besonders wertvoll.

Überbleibsel aus der Eiszeit

Die Ostgroppe ist ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Es gibt sie nur in einem einzigen See in Deutschland. (Foto: Jawojna cc-by-sa 4.0)
Ostgroppe am Seegrund
Der See "Schmaler Lutzin" ist mehr als 30 Meter tief. Hier lebt die Ostgroppe.(Foto: Kentauros / fotolia)
Steg am Schmalen Lutzin

Ein seltsamer Bewohner des Klarwassersees "Schmaler Luzin" ist die Ostgroppe. Sie ist nur knapp 13 Zentimeter klein. Mit ihrem großen Maul und den gezackten Brustflossen sieht sie aus wie ein kleiner Drache. Und genau wie ein Drache ist auch die Ostgroppe ein Überbleibsel aus alten Zeiten und eigentlich nur durch einen blöden Zufall in Norddeutschland. Das hat mit der Entstehung der Seen dort zu tun:

Am Ende der letzten Eiszeit vor ungefähr 10.000 Jahren begannen die Gletscher zu schmelzen. Mit dem Schmelzwasser kam der kleine Drachenfisch aus Sibirien herübergeschwommen. Als sich in Mulden und Rinnen das Schmelzwasser sammelte und tiefe Seen bildete, war für die Groppe der Weg zurück nach Osten abgeschnitten. In einigen tiefen Seen, in denen sich das Wasser im Sommer nicht so stark erwärmen kann, überlebten die Fische.

Geheimnisvolle Algenwiesen

Hier siehst du eine Wiese aus Armleuchteralgen im Großen Wummsee in Mecklenburg-Vorpommern. (Foto: CharaSeen-Projekt)
Wiese aus Armleuchteralgen im Großen Wummsee
Junge Rotfedern wie diese verstecken sich in den Algenwiesen vor ihren Feinden. Wenn du wissen willst, wie erwachsene Rotfedern aussehen, klicke auf das Bild! (Foto: Viridiflavus cc-by 2.5)
Junge Rotfedern

Am Grund des Großen Wummsees in dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wächst eine dichte Wiese aus Algen. Die Algen heißen "Armleuchteralgen" und sind in Deutschland selten geworden. Dabei sind die Algenwiesen voller Leben: Zwischen den verzweigten Ästchen der Algen verstecken sich Schwärme von Jungfischen. Kleine Krebse, Muscheln und Schnecken leben hier. Auch bei Wasservögeln sind die Algenwiesen sehr begehrt. Sie grasen die Algen ab oder fressen Kleintiere, die sich zwischen den Halmen versteckt haben. Weil die Algenwiesen Lebensraum für so viele verschiedene Tiere sind, sind sie besonders wertvoll.

Zu viele Nährstoffe in den Seen haben dazu geführt, dass die Algenwiesen aus vielen Seen verschwunden sind. Doch das soll sich ändern: Ab 2019 sollen in verschiedenen Seen in Mecklenburg-Vorpommern wieder neue Algen angesiedelt werden.

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