Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Unser Naturgarten

Große Vielfalt auf kleinem Raum

(Foto: Eric Neuling / NABU)
Naturgarten mit Blumen und Trockenmauer

Im Naturgarten fühlen sich viele verschiedene Tiere wohl: Bienen, Schmetterlinge und Käfer fliegen von Blüte zu Blüte, Vögel machen Jagd auf Insekten, in den Nischen einer Trockenmauer sonnen sich Eidechsen und im Laubhaufen vom letzten Jahr wohnt eine Igelfamilie. In Naturgärten herrscht große Vielfalt auf kleinem Raum.

Wildes Leben hinter dem Haus

Hier siehst du, wie schön heimische Wildblumen sein können. So sieht der Vorgarten des Bundesamtes für Naturschutz im Juni aus.(Foto: H. Uhlisch / BfN)
Eingangsbereich BfN; Staudenrabatte mit Wildblumen und Sinnspruchtafel
Ein Beet mit Wildblumen lockt viele verschiedene Insekten an. (Foto: gemeinfrei)
Blumenbeet mit Wildblumen
Am Gartenteich gibt's immer was zu sehen. (Foto: Matthias Wilke cc-by-sa 3.0)
Ein Gartenteich

Ein Garten kann Lebensraum für viele verschiedene Tiere und Pflanzen sein - ein kleiner "Hot Spot" der biologischen Vielfalt. Als "Hot Spots" bezeichnen Wissenschaftler solche Landschaften, in denen besonders viele verschiedene Tiere und Pflanzen zusammenleben.

Unordnung erwünscht!

Doch zwischen Rasenflächen und Zierpflanzen findet kaum ein Tier Unterschlupf und Futter. Anders dagegen in einem unaufgeräumten Naturgarten. Ein Garten mit Wildblumen-Beeten, Wasserflächen, Hecken und Trockenmauern lockt Insekten, Reptilien, Amphibien und Vögel an - und bietet Naturdetektiven tolle Möglichkeiten zur Tierbeobachtung.

Wenig Aufwand, viel Natur

Einzelne Elemente eines Naturgartens kann man in jedem Ziergarten anlegen. So musst du nicht euren ganzen Garten umgraben, um zum Beispiel Eidechsen  anzulocken. Manchmal reicht schon ein kleiner Steinhaufen, ein sogenannter Steinriegel, an einem sonnigen Platz. Igel fühlen sich wohl in Laubhaufen vom letzten Jahr, Insekten und Vögel lieben bunte Blumenbeete mit einheimischen Wildblumen.

Ein buntes Blumenbeet für Bienen und Schmetterlinge

Wiesenblumen sind ein Paradies für die unterschiedlichsten Blütenbestäuber. (Foto: Darkone cc-by-sa 2.0)
Blüte mit Insekten darauf
Die Witwenblume sieht auch in schmalen Zierbeeten schön aus. Sie lockt außerdem eine Vielzahl von Bestäubern an. Hier siehst du ein Widderchen. (Foto: Bernd Haynold cc-by-sa 2.5)
Blüte mit schwarz/rotem Widderchen
Die Wollbiene erinnert ein wenig an eine Wespe, ist aber eine harmlose Wildbiene. Mit Stauden wie dem Woll-Ziest kannst du sie in den Garten locken. (Foto: Hans-Jürgen Sessner)
Wollbiene an Ziest

Das Wichtigste ist der Boden. Wenn du Wildblumen säen willst, dann muss er aus möglichst viel Sand bestehen, denn dort gedeihen Wildblumen am besten. Wenn der Boden in eurem Garten eher lehmig ist, musst du ihn lockern und dann möglichst viel Sand darunter mischen. Mitte April bis Mai kann es dann  endlich losgehen: In der Gärtnerei bekommst du Samenmischungen mit Wildblumen für sonnige und schattige Standorte.

Richtig säen

Die Samen der meisten Wildblumen sind sehr fein. Am besten mischt du sie mit etwas Sand, bevor du sie auf dein Beet streust. Dann deckst du wenig Erde darüber und gießt das Beet vorsichtig. In der ersten Zeit musst du es immer schön feucht halten, damit die Samen keimen können.

Schlaraffenland für Insekten

Ein gut wachsendes Wildblumen-Beet braucht fast keine Pflege, denn "Unkraut" gibt es hier nicht. Außerdem brauchen einheimische Wildblumen und Wildstauden weniger Gießwasser, sind kräftiger im Wuchs und säen sich auch noch selbst aus. Weil in solch einem Beet viele verschiedene Pflanzen auf engem Raum zusammenstehen, ist es für Insekten wie ein Schlaraffenland. Das lockt wiederum verschiedene insektenfressende Vögel an.

So legst du einen Gartenteich an

Der Blutweiderich ist ein Teichnachbar, denn er hat gern nasse Füsse.(Foto: H. Uhlisch / BfN)
Blutweiderich am Gartenteich.
Dieser Teichfrosch hat den Gartenteich für sich entdeckt. (Foto: Sonja Goetzke)
Ein Teichfrosch im Wasser
Wiesensalbei. (Foto: H. Uhlisch / BfN)
Wiesensalbei im Beet.

Ein Gartenteich ist eine Supersache: Hier gibt es immer was zu sehen, denn Gartenteiche können Lebensraum für Molche, Frösche und Insekten sein. Allerdings darfst du keine Fische hineinsetzen. Warte lieber, bis die Tiere von alleine kommen. Am besten legst du einen Gartenteich im Frühjahr an. Dann werden schon im Sommer die ersten Bewohner einziehen.

So geht's:

Zunächst brauchst du den richtigen Platz im Garten. Achte darauf, dass mindestens ein Teil des Teichs fünf bis sechs Stunden Sonne am Tag bekommt. Das ist wichtig für die Wasserpflanzen. Außerdem sollte der Teich nicht zu nah an Laubbäumen oder Büschen stehen, damit im Herbst nicht so viele Blätter hineinfallen. Die bilden nämlich mit der Zeit eine faulige Schlammschicht am Grund.

Mindestens einen Meter tief

Nun kann es losgehen: Hebe zusammen mit ein paar Helfern ein Loch aus. Achte dabei darauf, dass es mindestens einen Meter tief ist. Dann können sich die Tiere bei Frost am Grund verkriechen. Die Wände des Loches sollten entweder gestuft sein oder so sanft ansteigen, dass sich dort Wasserpflanzen halten können. Außerdem musst du noch eine Flachwasser-Zone einplanen. Im Baumarkt bekommst du robuste Teichfolie, mit der du das Loch auslegen kannst. Nun fülle Wasser hinein und bepflanze deinen Teich.

Und nun heißt es abwarten. Mit der Zeit werden Insektenlarven und Amphibien deinen Teich ganz von allein bevölkern.


Verrottendes Totholz im Garten? Warum nicht? Es ist ein kleiner Kosmos und ein Lebensraum für viele Tierarten, die auf dieses Moderholz angewiesen sind. (Foto: H. Uhlisch / BfN)
Tote Holz mit Moos überwachsen
Eine Trockenmauer: Molche, Kröten und Eidechsen überwintern hier. (Foto: Roger Kreja cc-by-sa 2.5
Trockenmauer im Weinberg
Eine Nisthilfe für Wildbienen kannst du ganz leicht selber bauen. Damit bietest du den nützlichen Insekten Brutplätze an und kannst sie auch noch gut beobachten. (Foto: gemeinfrei)
Bienenhotel

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(Grafik: BfN)
Konstantin mit Lupe auf Feld

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(Foto: Hans-Jürgen Sessner)
Wildbiene auf Blüte

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Unterschlupf im Naturgarten

Eine Trockenmauer lockt Reptilien und Amphibien an. (Foto: Coyote IV cc-by-sa 2.0)
Trockenmauer im Garten.

Wenn du Tiere anlocken möchtest, dann kannst du ihnen in eurem Garten Unterschlupf bieten. Molche und Blindschleichen überwintern unter feuchten Steinen. Eidechsen und Schlangen lieben sonnige Plätzchen zum Aufwärmen. Ein Igel hat den Laubhaufen vom letzten Herbst besonders gern.

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Naturdetektive schaffen Lebensräume