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Fall der Woche

Tierforscher im Portrait - Timm Reinhardt

Lurchi und Godzilla

Timm beim Aufbau eines Experiments in einem Waldtümpel. (Foto: Timm Reinhardt)
Timm Reinhardt baut ein einem Waldtümpel ein Experiment auf.

Was haben Feuersalamander in Deutschland und Meerechsen auf den Galapagos-Inseln im Pazifik gemeinsam? Beide tragen ihren Bauch knapp über dem Boden. Und für beide interessiert sich Biologe Timm Reinhardt.

Geduld und Ausdauer sind gefragt!

Feuersalamander bekommen ihren Nachwuchs in klaren Bächen oder sauberen Teichen m Wald. (Foto: gemeinfrei)
Ein Feuersalamander
Ein trächtiges Weibchen. Weil Feuersalamander nachtaktiv sind, musste Timm oft nachts arbeiten. (Foto: Timm Reinhardt)
Feuersalamander auf Hand bei Nacht
Mit dieser Telemetrie-Antenne konnte Timm mehr über die Wanderstrecken der Feuersalamander herausfinden. (Foto: Timm Reinhardt)
Timm Reinhardt mit Telemetrie-Antenne
Diese jungen Feuersalamander (Larven) hat der Biologe gemessen und gewogen. Dabei musste er ganz schnell arbeiten, denn die Tiere sind sehr empfindlich und können leicht austrocknen. Hinterher hat er sie wieder freigelassen. (Foto: Timm Reinhardt)
Feuersalamanderlarven in einem Behälter

Sechs Jahre lang hat Timm Reinhardt Feuersalamander erforscht. Er wollte wissen, warum manche dieser nachtaktiven Amphibien ihren Nachwuchs lieber in Bächen bekommen und andere lieber in Teichen - obwohl alle zur selben Art gehören.

Doch zu Beginn seiner Forschung ist er erst einmal ein ganzes Jahr lang durch die Gewässer gewatet, um Kleintiere zu fangen: Gibt es in diesem Bach Krebse? Sind in jenem Teich Libellenlarven? - "Zuerst müssen wir wissen, welche Tiere hier überhaupt vorkommen", erklärt der Biologe. Dazu musste er täglich zum Gewässer kommen und jedes entdeckte Tier in einer Karte markieren.

Hört sich ganz schön langweilig an - kein Wunder, dass Timm Reinhardt Ausdauer und Geduld zu den wichtigsten Eigenschaften eines Tierforschers zählt. Selbst wer Wale auf den Weltmeeren erforscht oder Antilopen in Afrika, erlebt nicht pausenlos lauter spannende Abenteuer. Denn: Zuerst müssen die Tiere gefunden, beobachtet und gezählt werden. Das kann sehr langwierig sein - und je nach Forschungsgebiet auch sehr heiß, sehr kalt oder sehr nass. 

Aufschlussreiche Experimente

Wenn der Tierforscher die Tiere gezählt und lange genug beobachtet hat, kommt der spannendere, aber auch schwierigere Teil seiner Arbeit: Er muss sich Experimente und Methoden überlegen, mit denen er mehr über die Tierart herausfinden kann. Und was hat Timm wohl gemacht, um seine Frage zu beantworten? Genau - er hat einfach ein paar Tiere ausgetauscht. Also trächtige Weibchen aus dem Bach in den Teich gesetzt und umgekehrt.

Durfte er das denn? Feuersalamander stehen doch unter Naturschutz! "Nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden", erklärt Timm. Auch Tierforscher müssen erst beim Amt fragen, wenn sie mit geschützten Tieren experimentieren wollen.

Anpassungsfähige Lurche

Schließlich - nach vielen nassen und schlaflosen Nächten - wusste Timm die Antwort: Feuersalamander sind unglaublich anpassungsfähig. Im kalten, nährstoffreichen Bach lassen sich die Kleinen viel Zeit mit dem Großwerden. Im warmen Teich, der jederzeit austrocknen kann, wächst der Nachwuchs rasend schnell. Beide Strategien sind erfolgreich.

Warum Godzilla sich einfach ausrotten lässt

Die Meerechsen auf San Cristobal glauben immer noch, dass sie keine Feinde hätten und haben deshalb keine Angst. Das macht sie für eingeschleppte Raubtiere zur leichten Beute - und Timm kann sie ganz in Ruhe beim Fressen beobachten. (Foto: Timm Reinhardt)
Timm Reinhardt schaut einer Meerechse beim Fressen zu.
Diese Meerechse ist mit abwaschbarer Farbe markiert. So zählen die Biologen sie nicht doppelt. (Foto: Timm Reinhardt)
Mit Kalk markierte Meerechse auf San Cristobal
Diese Fregattvögel auf Galapagos haben Timm einen Teil seiner Ausrüstung geklaut. Zum Glück konnte er sie ihnen wieder abluchsen. (Foto: Timm Reinhardt)
Fregattvögel auf Glapagos vor bewölktem Himmel

Nachdem seine Arbeit über die Feuersalamander abgeschlossen war, zog Timm ans andere Ende der Welt - auf die Galapagos-Inseln im Pazifik. Dort erforschte er Meerechsen.

Im Vergleich zu dem kleinen, eleganten Feuersalamander wirkt so eine Meerechse eher schwerfällig. Die knorrigen Urviecher leben seit 4,5 Millionen Jahren auf der Inselgruppe vor dem südamerikanischen Land Ecuador. Auf den verschiedenen Inselchen der Gruppe gibt es mehrere Unterarten der Reptilien. Übrigens waren sie das Vorbild für das Monster "Godzilla" aus dem Film. Die echten Godzillas werden aber nur etwa 1,50m lang.

Probleme mit der Anpassung

Das Problem: Die Meerechsen tun sich sehr schwer mit der Anpassung. Seit einigen Jahrzehnten stromern verwilderte Hauskatzen über den südlichen Teil der Galapagos-Insel "San Cristobal". Die machen sich mit Genuss über die trägen Reptilien her. Dummerweise haben die Echsen immer noch nicht gemerkt, dass mit den Katzen nicht zu spaßen ist - und lassen sich einfach fressen. Nach fast fünf Millionen Jahren könnte bald Schluss sein mit den Meerechsen auf San Cristobal.

Timm Reinhardt und seine Kollegen wollen das verhindern. Leider wissen sie noch nicht genau, wie sie das anstellen sollen. Deshalb versuchen sie, mehr über die Echsen herauszufinden. Wieviele Tiere dieser Meerechsen-Art gibt es überhaupt noch? Was fressen die Tiere am liebsten? Und warum paaren sie sich nicht mit den Tieren einer anderen Unterart, die auf derselben Insel lebt? Die Forschungen werden noch eine Weile dauern. Hoffentlich sind die Biologen schneller als die Katzen.

Unser Fall der Woche vom 14. bis 31. August 2018

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